Thema: Sonstiges Nintendo Classic Mini
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Alt 27.03.2017, 09:45
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Standard Nintendo Classic Mini

Historie
Als Nintendo am 11. November 2016 in Europa die Neuauflage der Retro-Konsole Nintendo Entertainment System (NES) für 69,99€ auf den Markt brachte hat niemand erwartet, dass diese Marketingidee wie eine Bombe einschlägt. Bereits nach kürzester Zeit war die handliche Konsole restlos vergriffen. Zum Unmut vieler treuer Anhänger und Verehrer kursieren auf diversen Onlineportalen einzelne Restbestände zu horrenden Preisen. Laut Nintendo läuft die Produktion auf Hochtouren, um die anhaltende Nachfrage zu stillen. Viele Fans warten noch immer sehnsüchtig auf ihr vorbestelltes Exemplar. Wer bis dato seine Reservierung noch nicht bezahlt hat wird noch einiges an Geduld aufbringen müssen. Nach der Aussage von Nintendo sind weltweit bisher ca. 1,5 Millionen Exemplare über die Ladentheke gegangen. Damit stellt das Nintendo Classic Mini bei Release selbst die Verkaufszahlen der Wii U in den Schatten. Und der Hype scheint noch nicht zu enden.

Technische Details
Mit einer Größe von ca. 130x45x100mm (bxhxt) und einem Gewicht von etwa 160g lässt die handtellergroße Konsole kaum vermuten was in ihr steckt. Die Bedienung ist denkbar einfach. Auf der Vorderseite befindet sich der Ein-/Ausschalter mit Leuchtanzeige und der Reset-Knopf. Daneben finden sich Steckplätze für 2 Controller, wobei erwartungsgemäß nur einer der Packung beiliegt. Die Aufmachung orientiert sich dabei täuschend echt am Original. Einziger Kritikpunkt ist das mit knapp 80cm viel zu kurz geratene Controllerkabel. Um dem „Problem“ Herr zu werden können mittlerweile Verlängerungskabel für einen gewissen Obolus erworben werden. Optional könnt ihr sogar den Wii Classic Controller verwenden, der über den gleichen Anschluss verfügt.

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Vorderseite Konsole

Auf der Rückseite der Konsole finden sich ein USB- und ein HDMI-Anschluss. Wessen TV-Gerät über keinen USB-Port für die Stromversorgung verfügt muss auf ein 5W/1A Netzteil zurückgreifen, das leider separat zugekauft werden muss. Alternativ kann das Netzteil handelsüblicher Smartphones hierfür entfremdet werden. Auf entsprechende Kompatibilität ist auf jeden Fall zu achten. Das USB-Kabel ist inklusive. Für die Bildübertragung sorgt das mitgelieferte HDMI-Kabel. Wer über einen Monitor spielt muss sich über die Anschlüsse kaum Gedanken machen, da die meisten Produkte über die entsprechenden Ports verfügen.

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Rückseite Konsole

Darstellung & Einstellungen
Der Startbildschirm ist sehr einfach und übersichtlich gehalten und überzeugt mit klassischem Gedudel. Im Menüband am oberen Bildschirmrand könnt ihr verschiedene Einstellungen vornehmen und Informatives nachlesen. Darunter findet ihr die einzelnen Spieletitel hintereinander aufgereiht.

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Startbildschirm

Erwähnenswert ist hier auf jeden Fall der Darstellungsmodus. Man kann zwischen CRT-Filter wählen, der die Bildschirmdarstellung eines Röhrenfernsehers imitiert, dem 4:3-Bildformat wie einst auf dem NES und der Originalauflösung, die wirklich jeden einzelnen Pixel darstellt. Hier findet jeder schnell sein bevorzugtes Format.

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Hier könnt ihr den Darstellungsmodus wählen

Unter dem Reiter Einstellungen kann man das Verhalten der Konsole bei längerem Pausieren festlegen. Aktiviert ihr den Demomodus spazieren Mario und Luigi in klassischer Pixelauflösung durchs Bild und demonstrieren verschiedene Spielausschnitte.

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Ausschnitt des Demomodus

Der Bildschirmschoner tut was er verspricht und liefert nach ca. einer Stunde des Nichtstuns einen verdunkelten Bildschirm. Beim Automatischen Ausschalten hingegen fährt die Konsole nach knapp einer Stunde selbstständig runter und speichert den letzten Spielstand. Mit der Spracheinstellung könnt ihr euch für eine von insgesamt acht entscheiden. Aber Vorsicht: die Sprache bezieht sich lediglich auf das Menüband. Alle vorinstallierten NES Spiels sind allesamt nach wie vor auf Englisch. Wer gerne und viel liest kann unter den Rechtseinstellungen alles Erdenkliche und Bedenkliche sich zu Gemüte führen. Zu guter letzt verbleibt der Reiter mit den Bedienungsanleitungen. Außer einem scannbaren QR-Code werdet ihr hier allerdings nichts mehr vorfinden, da die eigentlichen Spielanleitungen nur online verfügbar sind. Bei Bedarf könnt ihr euch die jeweiligen als PDF in abgespeckter deutscher Version oder als englische Vollversion runterladen.

Spiele & Spieleinstellungen
Insgesamt befinden sich 30 vorinstallierte Spiele (voll Emulator-basiert) auf der Konsole, die ihr alleine, zu zweit im Wechsel oder gleichzeitig zocken könnt (vorausgesetzt ihr verfügt über einen zweiten Controller). Alle Spiele erlebt ihr dabei in HD, 60 Hz und einer maximalen Auflösung von 720p. Um das ganze etwas abzukürzen folgt eine Auflistung mit allen Spielen in alphabetischer Reihenfolge. Auf detaillierte Beschreibungen und Spielinhalte wird bewusst verzichtet.

1. Ballon Fight (1-2 Spieler)
2. Bubble Bobble (1-2 Spieler)
3. Castlevania (1 Spieler)
4. Castlevania II: Simon’s Quest (1 Spieler)
5. Donkey Kong (1-2 Spieler)
6. Donkey Kong Jr. (1-2 Spieler)
7. Double Dragon II: The Revenge (1-2 Spieler)
8. Dr. Mario (1-2 Spieler)
9. Excitebike (1 Spieler)
10. Final Fantasy (1 Spieler)
11. Galaga (1-2 Spieler)
12. Ghost’n Goblins (1-2 Spieler)
13. Gradius (1-2 Spieler)
14. Ice Climber (1-2 Spieler)
15. Kid Icarus (1 Spieler)
16. Kirby’s Adventure (1 Spieler)
17. Mario Bros. (1-2 Spieler)
18. Mega Man 2 (1 Spieler)
19. Metroid (1 Spieler)
20. Ninja Gaiden (1 Spieler)
21. Pac-Man (1-2 Spieler)
22. Punch-Out!! Featuring Mr. Dream (1 Spieler)
23. StarTropics (1 Spieler)
24. Super C (1-2 Spieler)
25. Super Mario Bros. (1-2 Spieler)
26. Super Mario Bros. 2 (1 Spieler)
27. Super Mario Bros. 3 (1-2 Spieler)
28. Tecmo Bowl (1-2 Spieler)
29. The Legend of Zelda (1 Spieler)
30. Zelda II:The Adventure of Link (1 Spieler)

Mithilfe des Select-Buttons des Controllers könnt ihr die einzelnen Spiele nach Spielhäufigkeit, zuletzt gespielt und 1- bzw. 2-Spieler praktisch filtern bzw. sortieren. Wenn ihr euch für ein Spiel entschieden habt werdet ihr per Knopfdruck auf „A“ oder „Start“ direkt ins Geschehen befördert. Eine Besonderheit im Spielverlauf ist, dass ihr jederzeit durch Drücken auf den Reset-Knopf der Konsole einen temporären Speicherstand generiert.

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Der temporäre Speicherstand erscheint als geflügelte Box

Gleichzeitig gelangt ihr auf den Menübildschirm von wo ihr den temporären Speicherstand auf einen von vier Speicherslots je Spiel dauerhaft parken und existierende beliebig oft überschreiben könnt.

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4 Speicherslots stehen pro Spiel zur Verfügung

Wer sich erinnert weiß wie mühsam es einst war auf der NES ein Spiel ohne Speicherfunktion zu beenden. Jetzt könnt ihr euch fast bedenkenlos austoben ohne befürchten zu müssen, dass ein Spielstand verloren geht.

Fazit
Jedem eingefleischten Fan wird bei der kleinen Retrokiste das Herz aufgehen. Mit 30 Spielen ist die Auswahl ziemlich umfangreich und bietet für jeden das Passende. Die Musik versetzt einen in die alten Zeiten zurück und hat bis heute nichts von ihrem Charme eingebüßt. Die Speicherfunktion zaubert einem unwahrscheinlich schnell ein Lächeln ins Gesicht und man möchte sie einfach nicht mehr missen. Dabei ist die Bedienung so kinderleicht, dass man auch ohne Vorkenntnisse direkt durchstarten kann. Dass die Konsole gemäß § 14 JuSchG eine empfohlene Freigabe ab 12 Jahren mit sich bringt mag die einen verwundern, ist aufgrund verschiedener Spielinhalte aber durchaus berechtigt. Ein klares Manko bleibt nach wie vor das viel zu kurz geratene Kabel des Controllers und der fehlende Netzteiladapter. Bekannter- und bedauerlicherweise lässt sich Nintendo etwaige Erweiterungen vergolden (wie manch anderer Systemanbieter auch). Dennoch bleibt der Spielspaß keinesfalls auf der Strecke und fesselt einen nach wie vor an der Mattscheibe. Ein Hoch auf die Wiedergeburt eines verloren geglaubten Klassikers!
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Deep into that darkness peering, long I stood there, wondering, fearing, doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before.
Edgar Allan Poe
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