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Alt 22.03.2018, 10:48
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Halbgott
 
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Zitat von Lord_Data Beitrag anzeigen
OK, der Vergleich hinkt auch. Das ist die einzige.Provinz, in der das gilt, 5 Millionen von knapp 250 Mio Menschen. Der Rest Indonesiens ist liberal, Platz 48 auf dem Demokratieindex finde ich beachtlich (vor allem für eine so junge Demokratie). Bürgerwehren sind übrigens nicht illegal, solange sie sich nicht bewaffnen und Straftaten begehen. (hinkt nur dadurch, dass es nicht vom Staat organisiert ist)
Ich hab das als prinzipiellen Vergleich, nicht als gleich skalierten Vergleich verstanden.
Mir scheint es so als je islamischer eine Provinz desto drakonischer die Gesetzgebung.


Zitat:
Öh, jemand der sagt, er sei Moslem, ist einer? Man kann Religionen nicht so einfach definieren, auch deine Christendefinition und Beschreibung der Bibel ist nicht korrekt für alle Christen. Von der Milliarde Christen und Moslems gibt es im einzelnenw ahrscheinliche eine Milliarde unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Glaube ist immer etwas persönliches, weswegen ich Begriffe wie "den Islam" nur wirklich in einer ganz allgemeinen Form benutzen würde.
Ich bin mir bewusst, dass meine Definition auch nicht auf jeden einzelnen Muslim zutrifft, aber passend genug ist, um als Arbeitsdefinition zu diehnen, wenn man darüber diskutiert. Man kann nicht darüber reden, wenn man nicht sagt von was man redet. Würdest du nicht zustimmen, dass meine Definition auf die überwältigende Mehrheit der Muslime zutrifft?


Zitat:
Das sehe ich durchaus ähnlich. man darf aber bei allem auch nicht vergessen, dass der Islam viel jünger ist als das Christentum und vor allem in der Neuzeit diktatorische Theokratien entstanden. Wobei du Recht hast, dass Herrschaftsanspruch und theologische Hoheit im Islam immer zusammen liefen, würde ich sagen, dass diese extreme Radikalisierung eine Entwicklung der Neuzeit ist - nur kann diese Bewegung eben nur von Moslems selbst kommen und das heißt ja auch noch nicht, dass alle Moslems mitmachen (es gibt im Christentum ja auch noch erzkonservative).
Ja, der Islam ist jünger, aber die Situation ist jetzt so wie sie ist. Selbst wenn es der Fall ist, dass sich der Islam nicht reformiert hat, weil er nicht die Zeit hatte, ändert nichts daran, dass er das jetzt nicht ist. Erzkonservative Muslime sind wesentlich gefährlich und gesellschaftlich schädlicher als erzkonservative Christen. Christen beleidigen höchstens Schwule und protestieren Abtreibungen, das ist vieleicht nervig aber kein ernsthaftes Problem.

Zitat:
Zu dem Aritkel, mit dem du Probleme hast: Ich dachte es wäre slebstverständlich, dass du dir die Quellen anguckst. z.B. https://statistik.arbeitsagentur.de/...tmigration.pdf
Du wolltest ursprünglich damit dass Argument unterstützen, dass die Flüchtlinge für den qualifizierten Arbeitsmarkt bereitstehen, dass geht weder aus dem Artikel, noch aus der Statistik hervor. Selbst wenn man Bildungsabschlüsse mit deutschen gleichsetzen würden sind sie weit schlechter qualifiziert als die einheimische Bevölkerung.


Zitat:
1. Wie sollen denn dann schlechtausgebildete Migranten den Lohn drücken? (dein Ursprungsargument!)
Jeder staatliche Eingriff stört die natürliche Allokationsfunktion des Marktes und ist grundsätzlich ökonomisch schädlich (dass heisst nicht, dass jeder Eingriff schlecht ist, es kommt auf die Prioritäten an).
Das Überangebot führt erst zu einer Situation in der sich der Staat sieht einen Mindestlohn einführen zu müssen. Optimaler wäre Tarif- oder Individualautonomie, die aber in so einer solchen Situation nicht funktioniert.
Der Mindestlohn erhöht den Preis für Arbeit künstlich, was zu mehr Arbeitslosigkeit führt, so wie jedes price-fixing den Absatz reduziert.

Zitat:
2. Ja, aber diese Umstellung erfolgt nicht losgelöst von der restlichen Gesellschaft. Die Automatisierung der Arbeit wird nicht einfach viele Arbeitslose schaffen, sondern die Leute können mit ihrer neugewonnenen Zeit dann eben etwas anderes machen, was ihrer Befähigung und Interesse entspricht - im Idealfall. Noch sind wir weit davon entfernt und mir ist kein schlüssiges Gesamtkonzept bekannt für diesen Fall.
Es kommt darauf an, wie die gesellschaftlichen Institutionen darauf reagieren. Vieleicht wird so etwas wie bedingungsloses Grundeinkommen oder was auch immer kommen, ich kann mir aber keine Situation vorstellen in der eine große Anzahl von ungelernten einen ökonomischen Benefit darstellen. Wenn dem dann doch so sein sollte, kann man dann immer noch Leute importieren.

Zitat:
Der deutsche Staat gibt doch ebreits für weltweite Entwicklungshilfe Geld aus (+ militärische und zivile Eingriffe im Ausland).
Wegen meiner könnte das auch weiter, vor allem die militärischen Einsätze weiter reduziert werden.

Zitat:
Wo wird sie missachtet? Warum sollte eine Regierung Geld ausgeben für Projekte, die sie nicht will?
Es geht nicht darum, dass sie Projekte finanziert, die sie will oder nicht, sondern Projekte für die sie vom Bürger ein Mandat erhalten hat. Es gibt und gab Gesetze für den Umgang mit der Situation, also vorhandene Mandate, die die Regierung zu Gunsten einer eigenen Agenda ignoriert hat.

Zitat:
Zum ersten Teilsatz: ja, natürlich. Aber der zweite Teilsatz gilt doch uasi für das gesamte politische Spektrum und hat für mich keinen Inhalt.
Du argumentierst ja für eine gewisse Eigenautonomie der Regierung in der Gestaltung, zumindest habe ich es so verstanden, dieses setzt vorraus, dass der politische Widerstand nicht zu groß werden darf, damit der Regierung
diese Möglichkeit erhalten bleibt.

Zitat:
Zu den Steuerverschwendungen sage ich nichts, weil das wieder zu sehr ausufert. Nur kurz: Nein, das ist kein Freibrief für weitere Steuerverschwendungen, aber gerade Deutschland kann das super egal sein, weil wir an der Spitze des Geldsystems stehen, als ob diese Steuerverschwendungen reale Auswirkungen hätten.
Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Leute lieber weniger Steuern zahlen würde, als mehr. Ich weiß nicht wie das nicht als Freibrief für Steuerverschwendungen zu sehen ist. Wenn du vieleicht etwas genauer erleutern könntest was du mit "an der Spitze des Geldsystems stehen" meinst.

Zitat:
Und ja, es gab Demos; aber es gab keine wöchentlichen Montagsdemos, die sich bis heute ziehen, gegen den Bau von BER.
Die Skalen sind anders, so what?

Zitat:
Ja, aber wo soll die Grenze dafür liegen? Ist jede Person zu viel, sind 100.000 zu viel, sind 5 Millionen zu viel? So lange es funktioniert, scheint es für mich nicht zu viel zu sein.
So lange alle die Beiträge eingezahlt hätten ist da keine Grenze, ansonsten ist sie fließend. Es gibt keinen konkreten Cut-off-point. Die Beiträge werden kontinuierlich höher, bis immer mehr Zahler aussteigen. Wann das System genau zusammenbricht kann man nicht sagen.


Zitat:
Hast du dazu ne STudie? Würde mich interessieren. Wnen ich an meinen Mathe-LK denke, der ein sehr schlechtes Niveau hatte, aber mich trotzdem hervorragend ausbildete, kann ich da nur widersprechen. ;-)
Ich halte das für Selbstevident. Um meine Aussage nochmal klar darzustellen:
Das Lernumfeld hat einen Einfluss auf den Lernfortschritt des einzelnen Schülers. Wenn du damit nicht zustimmst, dann sind wir da wohl zu fundamental anderer Meinung.


Zitat:
Weil wir dadurch das Grundgesetz schonv erletzen würden, wenn wir a priori uns ausschen, wer uns gefällt? Zumal man Leuten nicht in den Kopf schauen kann, was das schwer macht. Und alle Leute unter Generalverdacht zu stellen, ist eine mäßig gute Idee.
Nein, das würden wir nicht. Eine Einwanderung ohne Diskriminierung ist langfristig nicht denkbar, weil wir nicht jeden aufnehmen können. Ich denke es ist verstretbar und vernünftig nach gesellschaftlichem und volkswirtschaftlichem Nutzen der Zuwanderer zu diskrimieren, als nach Ankunftszeit, oder wer die herzzerreißendste Story erzählt. Nach welchen Kriterien würdest du Einwanderer zulassen oder ablehnen?


Zitat:
Moment, aber laut der Graphik steigt der Moslemanteil bis 20150 auf 10 %. Wo ist das eine Durchislamisierung? Und weiter extrapolieren kann sich doch keiner zuordnen, die nächsten 50 Jahre werden massiv anders als die letzten.
Ich habe nichts über den Zeitraum bzw. die Geschwindigkeit gesagt, sondern nur dass man früher oder später, wenn die Zustände gleich bleiben voll islamisiert ist. Ich würde zustimmen, dass eine sehr weite Trendfortschreibung sehr eingeschränkt nützlich ist, aber immer noch nützlich um zu sehen, auf welchem Pfad man sich befindet. Dazu handelt es sich ja um exponentielles Wachstum.

Zitat:
Zu deinem eltzten Abschnitt, auf den ich en detail nciht eingehen will: Ich verstehe viele deiner Argumente, sehe es aber einfach anders. Für mich ist der Staat so stark und groß, dass dieses Problem für mich einfahc non-existant ist. Das magst du anders sehen (und zu einem Teil sicherlich zurecht!), aber ich sehe derzeit keine Verschlechterung. Und natürlich lebe ich in einer Blase, wie mittlerweile jeder von uns, deswegen ist das nicht repräsentativ, aber ist eben Grundlage meiner politischen Ansichten.
Derzeit sehe ich die Situation auch noch nicht problematisch (vieleicht ist sie das in einigen Teilen Deutschlands schon), aber es gibt viele Trends, die langfristig unhaltbar sind bzw. nur aufgrund des aktuellen Konjunkturhochs funktionieren. Ich glaube, dass wenn es so weiter geht, wir uns irgendwann vieleicht in 20-30 Jahren in einer Situation wie Griechenland wiederfinden.
Was man so nicht auf dem alltäglichen Schirm hat, dass in 5-10 Jahren die Babyboomer-Generation in Rente geht und sich das Verhältnis von Beitragszahlern-und Empfängern innerhalb weniger Jahre radikal ändert und das ist eigentlich die größte Herausforderung.
Unsere eigenen Probleme mit Sozialsystemen und Demographie oder eine Flüchtlingskrise alleine sind schon Problem genug, aber mit beiden zusammen sehe ich Potential für Desaster.
Letztendlich wollte ich ja auch nur zeigen, dass das legitime Punkte sind, die diskussionswert sind und nicht nur haltlose Ressentiments oder Rassismus.


Zitat:
Das habe ich nicht gesagt, ich habe gesagt: niemand zahlt mehr Steuern. Das würde doch zu grunde legen, dass es irgendwo neue Steuern gäbe oder Steuersätze erhöht würden.
Maximal zahlen die Deutschen mehr Steuern, weil sie mehr ausgeben & arbeiten, was jetzt aber ein Zeichen für ansteigenden Wohlstand wäre. Zumindest ist mir in den letzten zwei Jahren keine Steuererhöhung bekannt, trotzdem steigen von 2016 auf 2017 die Steuereinnahmen des Staates um 4 %.
Da hast du nur zum Teil recht. Zum einen steigen die Steuern grundsätzlich mit der Inflation, da nicht zugleich am Freibetrag entlastet wird (kalte Progression), weiterhin gab es dennoch Steuererhöhungen (und zusätzliche Abgabenerhöhung) z.B. Tabaksteuererhöhung im letzten Spätherbst fällt mir gerade ein, dazu 3 oder 4 Erhöhungen bei Kranken-und Pflegeversicherung)
Aber der Großteil der aktuellen Steuermehreinnahmen ist sicher durch die aktuell gute Beschäftigungslage. Allerdings wäre aufgrund der angesprochenen Trends es besser, wenn diese Steuermehreinnahmen zur Schuldentilgung, Investitionen und Rücklagen zu verwenden, wie es ja auch der Keynesianismus dem sich alle Regierungen verschrieben haben fordern würde, anstatt mit neuen Sozialgeschenken neue Ansprüche zu schaffen, die schon in weniger Jahren, oder vieleicht auch früher, je nach Konjunktur wieder zurückgenommen werden müssen.
Aber wie hoch gewisse Steuersätze sind und wie hoch Sozialleistungen genau seien sollen sind Detailfragen.

Das Grundsätzliche Problem was ich mit der Behandlung der AfD, oder grundsätzlichen Positionen die von der AfD gehalten werden habe ist, dass so wie ich es sehe man Deutschland nach min/max-Prinzip aller Wohlstandsmetriken optimieren würde, man Flüchtlinge nicht aufnehmen würde, dieses also keineswegs eine besonders absurde sondern eine sehr rationale Position ist und keineswegs so abwegig wie immer dargestellt, auch in diesem Forum.
Das heisst nun nicht dass das die Position ist, die man verfolgen möchte.
Ich sehe derzeit die Aufnahmeposition nicht wirklich argumentativ belegt speziell mit universalethischen Argumenten. Ich sehe nur Argumente basierend auf situativer Ethik. Gerade die Bundesrepublik Deutschland, bzw. alle Gebietskörperschaften und Institutionen müssen meinem Verständnis nach ihr Verhalten universalethisch begründen können. Wenn das handeln eines Staates nicht universalethisch begründet ist herrscht meiner Meinung nach keine Gleichheit vor dem Gesetz.
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