Ich glaube, dass eine Regierung dann töten darf, wenn die physische Existenz eines Menschen eine Gefahr für andere Menschen birgt, die nur durch die Beendigung der physischen Existenz aufhebbar ist.
Ich bin gegen die Todesstrafe. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Todesstrafe ist falsch.
Aber: Die Tötung von Menschen, falls diese das einzige Mittel ist, um andere Menschen zu schützen, ist richtig. Ja, ich bekenne mich dazu: Ich halte es für richtig, dass die Topverbrecher der NS-Ära getötet wurden, inklusive der angeblichen Entführung von Adolf Eichmann. Ich halte es für richtig, Triebtäter zu töten, die untherapierbar sind (also über 90 Prozent der Fälle).
Kein Täter wird durch die Androhung seiner Tötung abgeschreckt. Aber es ist auch nicht zu erwarten, dass Täter dadurch wirklich gewalttätiger werden. Wenn doch, dann könnte man für solche, die töten, eine besonders grausame und langsame Todesart aussuchen.
Sicher, es gibt psychische Krankheiten, die untherapierbar sind, die aber trotz krimineller Auswirkung nicht gefährlich für die Bevölkerung sind (Kleptomanie usw). In diesem Fall wäre eine Tötung nicht gerechtfertigt, da keine echte Gefahr für die Bevölkerung besteht.
Aber dann gibt es psychische Krankheiten, die nur in Verbindung mit Taten gefährlich für die Bevölkerung sind (Psychopathie usw). Dort ist im Einzelfall auf die physische Vernichtung zu erkennen. Psychopathen haben durchaus Vorteile für die Gesellschaft, sie geben exzellente Bombenentschärfer oder Gehirnchirurgen ab, weil sie auch unter hohem Druck noch präzise arbeiten können. Wer dies aber zu kriminellen Taten nutzt, ist genauso zu behandeln, wie andere Täter: Bei einer hohen Gefahr für die Bevölkerung, ist die Vernichtung anzuordnen.
Ich glaube, dass durchaus eine Abwägung erfolgen darf, dass es sich hier um einen übergesetzlichen Notstand handelt. Wieso sollte jemand eine Lebensberechtigung haben, wenn diese dazu führen würde, dass er anderen das Leben nimmt? Ja, ich halte Terrorismus für gerechtfertigt, wenn dieser genau diesem Zweck dient - etwa den Terroranschlag Elsers auf den Münchner Bürgerbräukeller, oder den Terroranschlag vom 20. Juli 1944. Hier wird nicht einfach Leben gegen Leben abgewägt, sondern hier steht der Schutz der Bevölkerung vor einer latenten realen Bedrohung dem Leben eines Täters, der bereits solches genommen hat, gegenüber. Die korrekte Lösung kann hier nur die physische Vernichtung des Lebens derer sein, die bewiesen haben, dass ihre bloße Existenz für die Gesellschaft untragbar ist. Das hatten Elser und andere Verschwörer richtig erkannt.
Aus diesem Grund spreche ich mich übrigens auch für die Tötung von Gaddafi, Mubarak usw. aus.