Rollenspiel Final Fantasy IV: The After Years

Raguna

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Nachdem Final Fantasy IV seit seiner Release 1991 unglaublich viele Remakes und Portierungen bekommen hatte, damit auch wirklich jeder einmal Cecils Wandlung von Finsterling zum Paladin erleben konnte, hatte Square-Enix 2008 für japanische Handys ein Sequel entwickelt.
Mitte 2009 hat sich Square-Enix entschlossen, das Spiel auch in den Westen rauszubringen, jedoch als Download-Titel für Wii Ware.

Die Handlung spielt ca. eine Generation nach dem Ende von FF IV. Cecil und Rosa habe mittlerweile einen Sohn namens Ceodore gekriegt, welcher zu Anfang des Spiels mit den Red Wing-Veteranen Biggs und Wedge eine Aufnahme-Prüfung bestehen will, um selber Mitglied in der Luftschiffflotte zu werden. Während seiner Prüfung werden jedoch das Königreich Baron und somit auch Cecil und Rosa angegriffen - wieder einmal will jemand die Kristalle der Welt an sich reißen, diesmal ein "Mysteriöses Mädchen". Das trifft zwar den Charakter ganz gut, der Gipfel der Kreativität ist das aber auch nicht.

Was dieses Final Fantasy besonders macht, ist die Erzählweise:
Das Spiel kann man für 800 Nintendo-Punkte im Shop-Kanal runterladen, im Hauptmenu des Spiels kann man dann das Finale für weitere 800 Punkte runterladen. Für die Story-Parts der anderen Hauptcharaktere muss man jeweils 300 Punkte zahlen - Wer alle Kapitel durchspielen will zahlt im Endeffekt für 3700 Punkte, was einem Gesamtpreis von etwa 37 Euro für das komplette Spiel entspricht.

Wirklich kaufen müsste man eigentlich nur das Hauptspiel und dann noch das finale Kapitel, jedoch hat es natürlich seine Vorteile, wenn man die anderen Kapitel des Spiels zulegt:
Zu einem erschließen sich damit einem die Story etwas besser, auf wenn sich die einzelnen Episoden teils überlappen. Zu anderem kann man nach dem Durchspielen eines Kapitels einen Spielstand anlegen und alle Charakter, Items, Gil usw. in das finale Kapitel übernehmen. Natürlich ist dies kein Muss, aber mit dem ein oder anderem Item oder Extra-Charakter wird das Finale spürbar einfacher, zudem kann man bis zu einer gewissen Level-Grenze seine Charaktere auch trainieren. Und man wird sie trainieren wollen, denn FF IV: TAY ist wie das Original nicht einfach.
Wer sich übrigens bei diesem episodenhafen, FF-untypischen Aufbau an Live a Live erinnert fühlt, darf sich auf die Schulter klopfen, einer der leitenden Köpfe ist mit Takashi Tokita in beidem Spielen der Selbe gewesen. ;)

Wer jetzt befürchtet, alle Kapitel kaufen zu müssen um der Story folgen zu können, kann sich wieder beruhigen, wirklich vorangetrieben wird die Story nur im Haupteil und im Finale. Es sei aber nochmal erwähnt dass ohne FF IV gespielt zu haben, The After Years keinen großen Reiz auf den Spieler haben wird. Wer FF IV nicht gespielt hat, wird viele Anspielungen nicht verstehen, man kann das Spiel einfach nicht so gut genießen.

Die Kämpfe haben sich nicht viel verändert:
Noch immer kämpfen bis zu 5 Partymitglieder mit dem ATB-System gegen Gegner, welchem einen fast alle schon im Vorgänger begegnet waren. Bei dem Kämpfen haben haben die Entwickler mitgedacht und ein paar Kleinigkeiten verändert/hinzugefügt: Nachdem ein Kommando eingegeben wurde, füllt sich bei dem Chara ein grüner Balken, der anzeigt, wie lang es noch dauert, bis der Befehl ausgeführt wird. Dazu kann man jetzt auch zwischen den Charakteren wie bei FF VI bei der Kommando-Eingabe wechseln, wenn beide schon agieren können. Ganz nett ist zudem ein neues Combo-System; bei den "Bands" handelt es sich um Aktionen, die von 2 oder mehr Charakteren ausgeführt werden. Man wählt hierbei den Band-Befehl, gibt für die Charas einen Befehl ein und hofft, dass man die richtigen Befehle gefunden hat, welche zu einer Band-Attacke gehören. Einmal entdeckt, können diese Bands dann ganz bequem rausgesucht werden. Beispielweise kann man Charakter A als Befehl "Analyse" und Charakter B "Jump" beim Bandsuchen geben und mit etwas Glück die Band finden. Was in der Theorie gut klingt, wird im Laufe des Spiels immer unwichtiger, weil Bands lange brauchen um ausgeführt werden und mühsam sind zu finden, besonders wenn man aus über 20 Charakteren am Schluss wählen kann.
Eher nervig ist dabei das neue "Moon Phase"-System: Alle 30 Minuten oder nach einer Übernachtung ändert der Mond seine Phase, was bestimmte Aktionen einmal verstärkt und einmal schwächt (Angriff, Weißmagie, Schwarzmagie, Spezial). Oft benutzt man Zelte mehrmals hintereinander, um auf eine günstige Mondphase zu kommen.

Ansonsten wurde beim Gameplay nicht viel gerüttelt. Bemerkenswert wäre noch, dass man im finalen Kapitel - je nachdem, wieviele Kapitel man vorher noch extra durchgespielt hat - aus über 20 Charakteren 5 für seine Party raussuche kann, womit man sich im Vergleich zu der starren Party bei FF IV endlich etwas flexibler fühlt. Auch wenn man am Anfang des finalen Kapitels erstmal die Welt durchforstet und alles Mögliche an Charakteren, Items usw. sucht, fühlt man sich gut an FF VI erinnert.

Leider wurden auch schon Schwächen von FF IV gerne und gut übernommen: Der hohe Schwierigkeitsgrad, das Leveln und natürlich die pervers hohe Zufallskampf-Rate. Gegner, Grafiken, Items, Musikstücke, Karten-Layouts, sehr vieles wurde aus FF IV übernommen, wobei man fairerweise sagen muss, dass die Entwickler genug neue Sachen eingebaut haben. Wer sich z.B. schon immer mal gefragt hat, wie die Devil's Road aussieht, wird garantiert auf seine Kosten kommen. Solche Momente ziehen sich durch das ganze Spiel und betreffen auch einzelne Charaktere - mehr will ich hierzu aber nicht verraten, aber ein Kapitel ist meiner Meinung nach besonders spielenswert: Das des "Lunariers"...

So ziemlich alle Kapitel des Spiels sind einen Kauf wert, auch wenn der Umfang stark schwankend ist: Neben der eigentlichen Story bieten die Kapitel auch "Challenge Dungeons", welche gut für das Vorbereiten auf das letzte Kapitel sind: Hier kann man bis zu einer Grenze grinden und gute Ausrüstungsgegenstände finden - wobei man ein Dungeon mehrmals machen muss, um an alle guten Teile zu kommen. Das Spiel wird so leider etwas in die Länge gezogen: Für Yangs Kapitel brauchte ich etwa gute 3 Stunden, bis ich fertig mit allem. Edwars Kapitel hat keine 2 Stunden gedauert, aber das Extra-Dungeon hat gute 8 Stunden ingesamt gedauert, bis ich wie bei Yang alle Charas auf Level 40 gebracht und alle wichtigen Items gefunden hatte. Das heißt im Klartext: Frust.

Womit wir beim Umfang wären. Durch das Leveln zieht sich das Spiel etwas, insgesamt war ich aber sehr zufrieden. Das Hauptkapitel braucht etwa 5 bis 6 Stunden mit Leveln, das Finale hat bei mir gute 10 Stunden gedauert - wobei ich auch hier relativ gut gelevelt war. Ohne die ganzen anderen Stunden des Grindens bei den anderen Kapiteln hätte es sicher länger gedauert. Alles zusammen dauert TAY so lang wie jedes andere 2D-FF mindestens.

The After Years ist ein zweischneides Schwert. Von den Gameplay her bietet es viel mehr als etwa die GBA-Version von IV. Auch Sound und Grafik sind besser als im Vorgänger, der Umfang ist auch um einiges größer. Trotzdem spielt sich The After Years aufgrund des episodenhaften Aufbaus längst nicht so locker wie das Original und die Story kommt leider kommt eigentlich wirklich nur in den Hauptteilen fesseln. Sieht man aber über die Mängel hinweg, erwartet einen ein fesselndes RPG, mit dem man wie zu frühen SNES-Zeiten die eine odere andere Stunde totschlagen kann - mal mit stupiden Leveln, mal mit Vergnügen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hanniball

Eheuser
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Alles in allem ein gutes Review. Du hast die wichtigsten Punkte heraus gegriffen und erzählst die Story ohne zu spoilern. Wenn ich eine Wii hätte würde ich mir das Spiel spätestens jetzt zulegen.
Allerdings solltest du noch mal drüber lesen, gerade zum Ende häufen sich die sprachlichen Patzer! Und ein paar Überschriften wären gut, für die Übersicht. :/
 
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