Story:
Ein Notruf führt Samus zu einer Raumstation in der Umlaufbahn von Tallon IV. Darin findet sie nicht nur genetisch veränderte Monster, sondern auch aufgebrochene Käfige und viele tote oder zumindest schwer verletzte Weltraumpiraten. Was auch immer sie hier vorhatten, es ist nach hinten losgegangen, weshalb kurz darauf der Selbstzerstörungsmechanismus der Forschungsstation aktiviert wird. Nach einem unerwarteten Wiedersehen mit ihrem Erzfeind Ridley flieht Samus von der Station und folgt Ridley an die Oberfläche von Tallon IV, auf dem einst Chozo lebten, bevor das Gift eines eingeschlagenen Meteoriten den Planeten für sie unbewohnbar machte. Doch Ridleys Signal ging verloren, also muss Samus auf eigene Faust den Planeten erkunden, Ridley finden und herausfinden, was die Piraten mit dem "Phazon", dass sie vom Planeten abbauen, vorhaben.
Gameplay:
Das Review basiert auf der Wii-Version, Input zur Gamecube-Steuerung ist erwünscht
Metroid als 3D-Ego-Shooter wirkt anfangs recht befremdlich, man spürt aber sehr schnell, dass es genau das Metroid ist, das man seit Jahren kennt. Man landet inmitten einer riesigen Welt, von wo aus man Zugang zu vielen... Sackgassen hat. Erst wenn man ein paar von Samus Ausrüstung wiedererlangt wird die Welt zugänglicher und man kann in noch mehr Sackgassen rennen, durch die man noch nicht durch kommt. Dass Samus ihre Ausrüstung am Anfang verliert ist ein Standartszenario, allerdings haben es die Jungs von Retro etwas übertrieben. Dass man selbst den Morph Ball und sogar den Charge Beam finden muss ist etwas unnötig. Scheinbar kann man froh sein, dass man überhaupt noch laufen und springen kann.
Im Gegensatz zu früheren Metroid Spielen werden die Beam-Upgrades nicht übereinander gelagert, sondern sind seperate Waffen wie der Ice Beam und der Wave Beam. Die Waffenwahl erfolgt über ein Echtzeit-Menü, dass mit einem Druck auf die '+'-Taste aufgerufen wird. Anfangs kann das in einem Feuergefecht sehr konfus sein, aber man gewöhnt sich schnell daran und dann schaltet man geschwind durch die Waffen. Mit der '-'-Taste hingegen kann man verschiedene Visoren, wie den Röntgenvisor und den Wärmevisor. Besonders praktisch ist der von Anfang an verfügbare Scan Visor, mit dem man Gegner und Terminals scannen kann. Dadurch findet man nicht nur Schwachpunkte von Gegnern oder Hinweise für's Spiel, sondern erhält auch viele Hintergrundinformationen über die Geschichte des Planeten oder wie viele Piraten sich beim Versuch Samus' Morph Ball zu kopieren sämtliche Knochen gebrochen haben.
Mit einer Wii-Mote in der Hand lernt man die Steuerung eigentlich innerhalb einer halben Sekunde. Laufen, zielen, Gegner anvisieren, um sie herum strafen... Es ist, als hätte man nie etwas anderes gespielt. Nur die Sprungeinlagen können anfangs öfter in's Leere gehen. Es wird besser, wenn man das Space Jump Upgrade findet, aber auch daran gewöhnt man sich irgendwann.
Die dreidimensionale Karte kann anfangs auch verwirren. Vor allem in dem Abschnitt, der mehrere Ebenen hat kann man schonmal mit einer unvorsichtigen Bewegung am falschen Ende der Karte landen. Auch die Verbindungen innerhalb der der Abschnitte mittels Aufzügen hätten deutlicher sein können. Ich habe mich anfangs sehr oft verlaufen, weil ich den falschen Aufzug genommen habe. Im Grunde hat man keine andere Wahl, als das Maplayout wirklich auswenig zu lernen. Sowas kann ich eigentlich recht schnell, hat hier aber erst beim dritten Durchspielen ohne Blick auf die Karte funktioniert.
Die Bosskämpfe sind besonders schön in Szene gesetzt. Jeder Endgegner erfordert eine Strategie, einfach draufballern wird nicht funktionieren (mit ein paar Ausnahmen, man hat ja nicht von Anfang an genug Ausrüstung, um eine grossartige Strategie einsetzen zu können). Einfaches draufschiessen kann viele Gegner kurz betäuben, aber Schaden macht es in der Regel nicht. Dafür gibt es immer ein passendes Treffer-Feedback, weil der Gegner entweder rot (Schaden) oder gelb (kein Schaden, aber anderer Effekt) blinkt. (siehe Video)
Aber natürlich wird nicht nur geballert, auch Rätseleinlagen sind eingebaut. Vor allem die Morphball-Abschnitte haben es mir dank des magnetischen Spider Ball Upgrades angetan. Meinetwegen könnte es ein Metroid Spiel nur mit dem Spider Ball geben.
Der Schwierigkeitsgrad ist angemessen. Auf normal kommt man dafür, dass man beim ersten Spielen längst nicht alle Upgrades findet ganz gut durch, Veteran ist daraufhin fast schon etwas zu einfach, aber der Hypdermode hat es dann richtig in sich. Man kennt sich inzwsichen ganz gut aus und findet viele, wenn nicht sogar alle Upgrades, was einen Grossteil des Spiel durchaus schaffbar macht, aber die letzten 3 Endgegner sind hier die wahre Herausforderung.
Grafik:
Das Spiel sieht gut aus und wurde für die Wii sogar noch etwas auflösungstechnisch hochgeschraubt. Allerdings sind sich viele Abschnitte abgesehen von ein paar Schlüsselräumen sehr ähnlich, was an der Orientierung nagen kann.
Besonders hervorzuheben ist der Ego-Modus, der das Spiel wirklich aus dem Inneren von Samus Helm zeigt. Alle Bildschirmanzeigen (inklusive einer Anzeige, welche den Stand der Batterien in der Wii-Mote zeigt) sind in Samus Visor eingebettet, welcher auch zum Beispiel beschlagen kann, wenn man durch heissen Dampf rennt oder bei einem Lichtblitz Samus Gesicht spiegelt. Ausserdem hält sich Samus zum Teil die Hand vor's Gesicht, wenn sie schwer getroffen ist, die Liebe zum Detail ist gut zu erkennen.
Sound:
Die Musik passt, ist stimmig und schafft eine passende Atmosphäre, auch bei den Endgegnern. Allerdings können die Melodien auch irgendwann nerven, wenn man immer und immer wieder durch den selben Abschnitt läuft (und bei den vielen Upgrades im Spiel wird man das. Sehr oft.).
Fazit:
Der Sprung in die dritte Dimension hat perfekt geklappt und jede Skepsis ob Metroid als Ego-Shooter funktioniert ist unbegründet, denn es funktioniert wirklich. Das klassische Metroid-Feeling ist auch im modernen Gewand spürbar und es macht Spass.
Bleibt nur noch eine letzte Wahl: Kaufe ich die Gamecube-Version zum Budget-Preis oder die limitierte Sammleredition der gesamten Trilogie zum vollen Preis eines Spiel, solange sie noch im Laden steht? Ich würde zu letzterem raten, alleine schon wegen der Steuerung. Ich sehe zumindest keinen Grund einen Shooter lieber mit einem Pad als mit einer Wii-Mote zu spielen.
(Reviews zu den zwei anderen Prime Teilen folgen)
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