Phantasy Star Collection (GBA)

Raguna

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Phantasy Star Collection
GBA
Erschienen: 2003 (EU)
Genre: RPG


Die Phantasy Star Collection ist eine Sammlung der ersten 3 Teile der Phantasy Star-Reihe und somit enthält das Modul…

… Phantasy Star (Master System, 1988)
… Phantasy Star II (Mega Drive, 1989)
… und Phantasy Star III: Generations of Doom

Ich werde die Spiele der Collection jeweils genauer Vorstellen:

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Phantasy Star



STORY:
Phantasy Star stellte damals SEGAs Gegenspieler zur Final Fantasy dar, welches sich ausschließlich im Nintendo-Lager tummelte. Anders als andere Rollenspiele zu dieser Zeit verknüpfte Phantasy Star gekonnt Elemente aus klassischen Fantasy-Rollenspielen und modernen Sci-Fi-Geschichten. Dieses Zusammenspiel ist eines der Hauptmerkmale der Serie.
Die Story spielt sich im Algo-Sternensystem mit seinen 3 Planeten Palma, Motavia und Dezoris ab und ist recht simpel: Ein König namens Lassic wandelt sich vom guten Herrscher in einen grausamen Tyrannen. Als Nero, der Bruder der Heldin Alis, bei einem Widerstandsversuch getötet wird, macht sich Alis auf, ihren Bruder zu rächen und Lassic zu töten. Auf ihrem Rachefeldzug schließen sich ihr noch das katzenähnliche Wesen Myau, der Kämpfer Odin sowie der Magier Noah an.
Erzählt wird die Geschichte in wenigen Zwischensequenzen im Mangastil, welcher sich durch das ganze Spiel zieht.

SPIELVERLAUF:
Die Story an sich entwickelt sich nur an wenigen Stellen weiter, generell bietet Phantasy Star dem Spieler für damalige Verhältnisse einen 'offenen' Spielverlauf an. Die meiste Zeit des Spiels verbringt man damit, die Planeten nach Items in Dörfern oder Dungeons zu suchen, für die man wieder neue Gegenstände erhält. Oft muss man viele Hinweise der NPCs richtig interpretieren, um weiter zu kommen. Der Spieler kann sich also seine Aufgaben zum Teil selber aussuchen, jedoch wird er sie früher oder später alle machen müssen, um das Spiel zu schaffen.
Zwischendurch sind natürlich immer wieder Kämpfe angesagt um die Level zu erhöhen und Mesetas, die Währungseinheit im Algo-Sternensystem, zu verdienen. Dieser freie Spielverlauf ist zugleich eine Stärke und eine Schwäche des Spiels. Manchmal ist man richtig verloren und hat keinen Anhaltspunkt, was man eigentlich machen soll, manchmal ist man jedoch auch froh, an einer Quest weiterzumachen wenn die andere grad Probleme bereitet.

KÄMPFE:
Die Kämpfe sind rundenbasiert und im Grunde recht simpel und auch die Kommandos und Talente sind RPG-Standardkost. Eine Auffälligkeit ist jedoch, dass es keinen Geschwindigkeitswert gibt und so die Reinfolge der Aktionen zufällig ist. Schwierig werden die Kämpfe dadurch, dass ihr nicht bestimmen könnt, welchen Gegner ihr angreift. Ihr habt es zwar immer mit einem Gegnertyp zu tun, doch am Rand könnt ihr an Hand von mehreren HP-Fenstern sehen, wie viele Monster ihr tatsächlich zu bekämpfen habt. Das kann oft für Frust sorgen, da man sich nicht genug in die Kämpfe integriert fühlt.
Positiv zu vermerken ist jedoch, dass die Angriffe der Monster schön animiert sind und auch die Kampfhintergründe abwechslungsreich sind. Überhaupt sind die Grafiken für damalige Verhältnisse gut und durch die verschieden Planeten auch vielfältig.

DUNGEONS:
Die Dungeons von Phantasy Star sind ganz interessant, da man diese aus der Ego-Perspektive schrittweise scrollend erkundet, was vielleicht manch einen an simple Labyrinthspiele aus älteren PC-Spielen erinnert. Fallgruben und falsche Truhen erschweren neben den Gegnern hier das Vorankommen, lassen sich aber später mit einem Zauber entschärfen.

MUSIK / SOUND:
Die Musik ist nett und einige Stücke gehen gut ins Ohr, aber merkt man dem Sound generell an, das er schon viele Jahre auf dem Buckel hat.

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Phantasy Star ist heutzutage für viele Spieler Kult, was sicher an der Zusammensetzung der einzelnen Elemente sowie dem gelungenen Mix aus Fantasy und Sci-Fi liegt. Dennoch hat der Zahn der Zeit an diesen Spiel genagt, sodass es stellenweise ziemlich frustig sein kann.

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Phantasy Star II

STORY:
Dieser Teil der Reihe ist der erste auf dem Megadrive und spielt 1000 Jahre nach dem ersten Teil. Der ehemalige Wüstenplanet Motavia ist inzwischen ein grüner Planet geworden und die meisten Menschen Motavias liegen nur faul rum. Was ist passiert? Grund für diese Umstände ist ein riesiger Computer namens 'Motherbrain', der die Vegetation des Planeten regelt und die Menschen versorgt. Woher der Computer kommt, weiß seltsamerweise jedoch keiner und doch vertraut jeder dem Motherbrain. Fast jeder. Als nämlich eines Tages sogenannte 'Biomonsters' auftauchen und den Planeten unsicher machen, macht sich der Held Rolf, ein Agent, im Auftrag des Gouverneurs auf, das Motherbrain genauer zu untersuchen. Begleitet von Monster/Mensch-Mischwesen Nei und weiteren Personen, die auch dem Motherbrain nicht ganz trauen, entdeckt Rolf, dass das Motherbrain eine große Gefahr darstellt.

SPIELVERLAUF / DUNGEONS:
Man merkt schon dass die Story von PS II um einiges ausgetüftelter als beim Vorgänger ist. Das Spiel ist sehr futuristisch und die Atmosphäre ist melancholisch. Viele Charaktere besitzen Manga-Poträts und es gibt auch ein paar mehr Zwischensequenzen im Manga-Stil. Leider entwickelt sich die Story erst nach gut 40% der Spielzeit weiter, nachdem eine wichtige Figur stirbt. Bis zu diesen Punkt ist PS II nur oberflächlich und weniger interessant.
Man weiß schon im Vergleich zum Vorgänger besser, was man als nächstes zu tun hat, jedoch sind die riesigen, oft mehrstöckigen Dungeons sehr unübersichtlich (und diesmal in 2D) und die Gegner kennen auch kein Erbarmen. Wirklich, schon für das erste Dungeon kann man sehr lange brauchen, weil man immer wieder in Waffenshops zurückkehrt um seine langwierig verdienten Mesetas gegen ein etwas besseres Schwert umzutauschen. Kein Scherz, durch das stetige Leveln und die gewaltigen Dungeons ist PS II so ziemlich das schwierigste RPG, das ich je gespielt habe.
Positiv nebenbei zu vermerken wäre noch, dass man die vierköpfige Party selbst aus mehreren Charakteren zusammenstellen kann, was dem Spieler etwas Individualität im Spielverlauf ermöglicht.

KÄMPFE:
Die Kämpfe sind ein zweischneidiges Schwert. Die verschiedenen Aktionen der Gegner sind sehr schön animiert, wirklich fantastisch, jedoch sind die Effekte lau und vor allem gibt es nur einen einzigen Kampfhintergrund: Ein paar blaue Linien mit Fluchtpunktperspektive auf schwarzen Hintergrund. Das ist alles. Futuristischer Stil hin oder her, das Ganze wirkt doch mit der Zeit eintönig.
Das Kämpfen an sich ist ähnlich wie in PS I, jedoch gibt es hier max. 2 Gegnertypen. Man kann zwar die Gruppe wählen, die man angreift, jedoch nicht einen einzelnen Gegner. Übrigens hat PS II ein Auto-Battle-System.
Wenn man will, kann man Kommandos eingeben oder die Partymitglieder sofort auf die Gegner eindreschen lassen, bis man eine Taste drückt, dann kann man am Ende einer Runde neue Befehle eingeben.

MUSIK / SOUND:
Die Musik ist meiner Meinung nach die Beste der 3 Titel. Sie passt immer zum Geschehen.
Die Soundeffekte sind eher durchschnittlich.

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Insgesamt ist meiner Meinung nach PS II der beste Teil der Sammlung, da er ein außergewöhnliches Setting bietet und die Atmosphäre einzigartig ist. In diesen Punkten war PS II seiner Zeit weit voraus.
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Phantasy Star III: Generations of Doom


STORY:
PS III knüpft zwar nahtlos an seinen Vorgänger an, ist aber dennoch eher eine Nebengeschichte statt eines 'echten' Nachfolgers. Die Story spielt auf einer Art Raumstation mit 8 Sektoren/Ländern. Zu Anfang des Spiels wird dem Prinz Rhys seine Braut Maia von einem Drachen entführt und natürlich macht Rhys sich auf Maia zu retten. Am Ende seiner Reise rettet er Maia und der Spieler muss heiraten. Zur Wahl stehen Maya und ein anderes Partymitglied. Je nachdem, wie der Spieler sich entscheidet, kommt für die 2. Generation ein neuer Held, welcher am Ende seiner Reise auch zwischen 2 Frauen zur Heirat wählen darf. In der dritten und letzten Generation kommt es zum Schluss schließlich zum Showdown mit dem finalen Endgegner. Insgesamt gibt es vier verschiedene Helden in der letzten Generation und auch ebenso viele verschiedene Enden. Das vielleicht beste Feature des Spiels.

GRAFIK:
Was die Grafik angeht, stellt PS III einen Rückschritt dar. Die Farben sind so unglaublich trist, das ich beim ersten Betreten der Oberwelt das Gras schon fast für eine Wüste hielt. Die Charaktere sind irgendwie aus so einer Perspektive gezeichnet, das man ihre Gesicher kaum erkennen kann und die Animationen wirken abgehackt und unecht. Zwar gibt es jetzt wieder mehrere Kampfhintergründe, doch sind diese langweilig. Überhaupt ist das Repetoire an Grafiken sehr, sehr gering. Wenigstens die Gegner sind stellenweise bizarr gezeichnet, jedoch haben diese so wenige Animationen, dass sie schon wie aus Pappe wirken. Man muss schon beinahe lachen, wie einige Gegner einfach im Sterben wie ein Scherenschnitt nach unten fallen.

KÄMPFE:
Die Kämpfe laufen in PS III endlich so ab, dass man auch bestimmen kann, welchen Gegner man genau angreift. Jedoch hat auch dieses Kampfsystem seine Schwächen. Die Random-Ecounter-Rate ist sehr hoch und Flucht ist selten möglich, so zieht sich das Spiel. Auch sind Talente aus dem Bereichen Angriff und Unterstützung ziemlich nutzlos, nur Heilmagie ist eigentlich von Nöten.

MUSIK:
Der Sound geht so. Einige Stücke sind ganz nett (besonders die Titelmusik), aber andere Stücke sind einfach nur lahm. Die Kampfmusik ändert sich alle paar Runden und die Längen dieser „Lieder“ sind nur ein paar Sekunden. Pfui!

DUNGEONS / SPIELVERLAUF:
Die Dungeons sind von Design her immer noch nicht ausgereift, jedoch wird man nicht mehr über zig Stockwerke geschickt. Man weiß auch eigentlich immer, was das Nächste Ziel ist und so ist PS III der einfachste Titel der Collection aber insgesamt auch der Langweiligste.


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Mit Phantasy Star III kann man sich die Zeit etwas vertreiben, doch ich muss sagen, dass es eines der langweiligsten RPGs ist, die ich je gespielt habe.

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DER PORT:
Es gibt keine zusätzlichen Extras in der Phantasy Star Collection. Es gibt immer noch einige Bugs und einige Farben wirken ein bisschen trister. Jedoch sind die Titel immer noch gelungen, wenn aber noch lange nicht perfekt, portiert.

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DIE COLLECTION INSGESAMT:


Alle Spiele haben Schwächen und sind gealtert. Die Einstiege sind schwer und somit würde ich das Modul nur an Profis weiterempfehlen. Auch gute Englischkenntnisse sind essentiell, denn alle drei Spiele sind auf Englisch. Und ich würde vor allem empfehlen, sich Karten zu zeichnen oder noch besser aus dem Internet zu suchen. Ich habe alle 3 Spiele ohne professionelle Karten durchgespielt und brauchte ca. 1 1/2 Jahre (längere, wochenlange Pausen miteinbezogen)!!!. Doch gerade der Umfang der Collection gehört zu den größten Stärken des Moduls. Auch die Kohärenz im Storyverlauf zwischen den Spielen ist sehr schön, sie bilden zusammen alle eine einzigartige Spielwelt mit gelungener Atmosphäre. Leider fehlt mit Teil 4 der mit Abstand beste Teil der Reihe. Wer also eine Herausforderung sucht und Rollenspielhunger hat, könnte mit der Phantasy Star Collection seinen Spaß haben, vor allen Dingen, weil die Collection nicht allzu teuer ist.
 

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Lord_Data

*wuff wuff*
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Hm hab mir auch shcon öfter überlegt, das zu holen. Glaub teil 4 gibt es auch auf einer Sega-Collection für die PS 2 oder so..
 

Dolan

The man with the Devil Luck.
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PS Teil III erinnert mich irgendwie an Fire Emblem 4, wo es auch 3 Generationen gibt, und man erst in der 3. Generation den Endboss besiegen kann. Gespielt habe ich es noch nicht, werde ich aber noch tun, klingen für's erste interessant.
 
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