Mother 3
Story:
Irgendwo auf den Nowhere Islands liegt das Dorf Tazmily. Die Menschen dort leben im Einklang mit der Natur, es gibt keine Kriminalität und selbst die Dinosaurier-artigen Dragos spielen mit den Kindern (wobei spielen heisst, sie lassen sich von ihnen umschmeissen), kurzum eine perfekte Welt. Doch dieser Frieden wird plötzlich erschüttert. Naturkatastrophen suchen das Dorf heim, Typen in schweineartigen Uniformen modifizieren die einheimischen Tiere und machen aus ihnen aggressive Monster und ein mysteriöser Händler mit einem Affen taucht im Dorf auf, verschenkt "Happy Boxes" und bringt ein neuartiges System mit, dass er "Geld" nennt. Wie hängen diese Ereignisse zusammen und was wird aus unserem friedlichen und sorglosen Dorf?
Gameplay:
Mother 3 spielt sich grösstenteils wie ein klassisches RPG, kein unnützer Schnickschnack, der alles nur verkompliziert. Was das Gameplay aber wirklich einzigartig macht sind die Kämpfe. Zum einen findet man hier wieder das aus Earthbound (Mother 2) bekannte System der sogenannten "Rolling HP Bar". Für die zwei Leute, die immernoch nicht Earthbound gespielt haben, hier eine kurze Erläuterung. Charakter A hat 100 HP und nimmt 50 Punkte Schaden. In einem normalen RPG würde die Anzeige jetzt von 100 auf 50 springen, nicht so in Mother 3! Hier läuft die Anzeige relativ langsam von 100 auf 50 herunter. "Macht keinen Unterschied!" hat da jemand gerufen? Okay, Beispiel 2. Eben erwähnter Charakter A nimmt bei 100 HP 150 Punkte Schaden... soll heissen er ist tot... doch halt! Er ist erst tot, wenn die Anzeige auf 0 fällt, was bei diesem System noch eine Weile dauert. Wenn man ihm rechtzeitig etwas zu Essen in den Rachen wirft, kann man ihn heilen, bevor er stirbt. Ausserdem bleiben abfallende HP-Anzeigen stehen, sobald der Kampf beendet ist. Sollte also einer der Gegner aus Frust explodieren und bei jedem Charakter tödlichen Schaden verursachen, heisst es schnell die oben am Bildschirm erscheinenden Nachrichten wegzudrücken, um den Kampf zu beenden.
Ein neues Feature in der Serie ist das Kombo-System. Drückt ihr nach einem normalen Angriff den A-Knopf im Takt der Hintergrund-Musik könnt ihr den Gegner maximal 16 mal attackieren! Die folgenden Angriffe sind zwar schwächer, können aber bei einer vollständigen Kombo durchaus 2-3 fachen Schaden verursachen. Das wird besonders interessant, wenn die Musik schneller wird oder einen einzigartigen Rhytmus hat, wobei ich persönlich bei letzterem grundsätzlich gescheitert bin, das kann aber auch daran liegen, dass ich zu unmusikalisch bin.
Die Kämpfe selbst werden nicht duch klassische Random Encounters ausgelöst, die Gegner sind wie im Vorgänger auf der Karte sichtbar. Ebenfalls wieder ist das Feature, dass man einen Vorteil gewinnen kann, wenn man den Gegner von hinten berührt, während man selbst eine Runde aussetzen muss, wenn der Gegner einen von hinten erreicht. Wenn man zudem vom Level her sehr viel stärker als ein Gegner ist, kann man ihn einfach über den Haufen rennen. Man kriegt dafür im Gegensatz zu Earthbound jedoch keine Erfahrungspunkte, man spart sich halt nur die Zeit einen unglaublich schwachen Gegner zu vermöbeln.
Die Story wird in 8 Kapiteln erzählt. Die ersten 3 bilden dabei den Prolog mit ständig wechselnden Charakteren, während das eigentlich Spiel mit dem aus Brawl bekannten Lucas als Protagonisten nach einem Sprung von 3 Jahren in die Zukunft in Kapitel 4 erst richtig losgeht.
Die Welt von Mother 3 ist deutlich kleiner als die von Earthbound, was den Einwohnern von Tazmiley (was so gut wie das einzige Dorf im ganzen Spiel ist) sehr viel mehr Charakter schenkt, ähnlich wie in Zelda: Majora's Mask. Die Details sind hierbei besonders schön implementiert. So reisst z.B. am Anfang des Spiels ein Charakter aus Versehen den Türknauf von Flints Haus ab und im Laufe der Kapitel kann man quasi verfolgen, wie der Türknauf von Person zu Person geht, bis er dann sogar im Abspann als eigenständiger Charakter aufgeführt wird. XD
Grafik:
Ähnlich wie in Earthbound darf man in diesem Bereich kein Meisterwerk erwarten. Die Grafik ist zweckmässig, nicht schlecht, aber auch nicht gut. Der Stil passt trotzdem sehr gut und präsentiert die skurrilen Charaktere perfekt. Die Kampfhintergründe sind geschmackssache. Auch hier ist das Spiel Earthbound sehr ähnlich und wer zu lange auf den Hintergrund starrt riskiert an Augenkrebs zu erkranken. Wabernde bunte Farben und ineinander üpertretende Muster erinnern eher an einen Drogentrip als an ein Rollenspiel, aber so ist das Spiel eben.
Sound:
Mich hat der Soundtrack sehr überrascht, im positives Sinne. Die Musikuntermalung ist sehr gelungen, vor allem in den Kämpfen, was dem Takt-Kombo-Feature positiv zugute kommt. Ausserdem fällt es mir schwer etwas schlechtes über einen Soundtrack zu sagen, in dem ein Stück von Beethoven vorkommt. >.<
Fazit:
Kommen wir also zum Punkt, was hält der selbsternannte Earthbound-Spezialist wirklich von seinem Nachfolger? Nun... Mother 3 ist sogar noch besser als Earthbound! Ich war sehr skeptisch, was das Kapitel-System und die relativ kleine Spielwelt betrifft, aber genau diese Punkte sind es, die die Story so unendlich genial machen. Die Kombination aus Humor und Dramatik ist dermassen vielseitig, dass man sich doch manchmal wundert, was im Kopf von Shigesato Itoi vorgeht. Auf der einen Seite haben wir einen Stamm transexueller, elfenartige Männer, auf der anderen Seite muss man mit ansehen, wie eine Familie zerrissen wird. Erst wird man mit allerhand Witzen und Wortspielen zugemüllt und dann kommt auf einmal ein Satz wie "Everyone is waiting for you. Waiting to hit you with rocks and spit at you. Who's everyone? Everyone you love.", den ich einfach in meine Signatur schmeissen MUSSTE. Ausserdem hat das Spiel geschafft, was sonst noch kein Videospiel ausser Final Fantasy 7 erreicht hat, ich habe einige Tränen vergossen. Und das, obwohl ich bereits seit Ewigkeiten dank Spoilern wusste, was da passiert. Wer immernoch nicht überzeugt ist, dem kann ich noch sagen, dass in diesem Spiel nicht nur der grösste Drache in der Geschichte der Drachen auftaucht, sondern auch das merkwürdigste Ende aller Zeiten.
Man muss den Vorgänger nicht gespielt haben, um Mother 3 zu verstehen, es wäre aber trotzdem ratsam, wenn man die Gastauftritte und Seitenhiebe auf Earthbound im letzten Kapitel verstehen will. Wer Earthbound gemocht hat, muss Mother 3 natürlich spielen. An dieser Stelle nochmal: Danke Tomato (und die anderen aus dem Team, aber Tomato mag ich besonders ^^).
Story:
Irgendwo auf den Nowhere Islands liegt das Dorf Tazmily. Die Menschen dort leben im Einklang mit der Natur, es gibt keine Kriminalität und selbst die Dinosaurier-artigen Dragos spielen mit den Kindern (wobei spielen heisst, sie lassen sich von ihnen umschmeissen), kurzum eine perfekte Welt. Doch dieser Frieden wird plötzlich erschüttert. Naturkatastrophen suchen das Dorf heim, Typen in schweineartigen Uniformen modifizieren die einheimischen Tiere und machen aus ihnen aggressive Monster und ein mysteriöser Händler mit einem Affen taucht im Dorf auf, verschenkt "Happy Boxes" und bringt ein neuartiges System mit, dass er "Geld" nennt. Wie hängen diese Ereignisse zusammen und was wird aus unserem friedlichen und sorglosen Dorf?
Gameplay:
Mother 3 spielt sich grösstenteils wie ein klassisches RPG, kein unnützer Schnickschnack, der alles nur verkompliziert. Was das Gameplay aber wirklich einzigartig macht sind die Kämpfe. Zum einen findet man hier wieder das aus Earthbound (Mother 2) bekannte System der sogenannten "Rolling HP Bar". Für die zwei Leute, die immernoch nicht Earthbound gespielt haben, hier eine kurze Erläuterung. Charakter A hat 100 HP und nimmt 50 Punkte Schaden. In einem normalen RPG würde die Anzeige jetzt von 100 auf 50 springen, nicht so in Mother 3! Hier läuft die Anzeige relativ langsam von 100 auf 50 herunter. "Macht keinen Unterschied!" hat da jemand gerufen? Okay, Beispiel 2. Eben erwähnter Charakter A nimmt bei 100 HP 150 Punkte Schaden... soll heissen er ist tot... doch halt! Er ist erst tot, wenn die Anzeige auf 0 fällt, was bei diesem System noch eine Weile dauert. Wenn man ihm rechtzeitig etwas zu Essen in den Rachen wirft, kann man ihn heilen, bevor er stirbt. Ausserdem bleiben abfallende HP-Anzeigen stehen, sobald der Kampf beendet ist. Sollte also einer der Gegner aus Frust explodieren und bei jedem Charakter tödlichen Schaden verursachen, heisst es schnell die oben am Bildschirm erscheinenden Nachrichten wegzudrücken, um den Kampf zu beenden.
Ein neues Feature in der Serie ist das Kombo-System. Drückt ihr nach einem normalen Angriff den A-Knopf im Takt der Hintergrund-Musik könnt ihr den Gegner maximal 16 mal attackieren! Die folgenden Angriffe sind zwar schwächer, können aber bei einer vollständigen Kombo durchaus 2-3 fachen Schaden verursachen. Das wird besonders interessant, wenn die Musik schneller wird oder einen einzigartigen Rhytmus hat, wobei ich persönlich bei letzterem grundsätzlich gescheitert bin, das kann aber auch daran liegen, dass ich zu unmusikalisch bin.
Die Kämpfe selbst werden nicht duch klassische Random Encounters ausgelöst, die Gegner sind wie im Vorgänger auf der Karte sichtbar. Ebenfalls wieder ist das Feature, dass man einen Vorteil gewinnen kann, wenn man den Gegner von hinten berührt, während man selbst eine Runde aussetzen muss, wenn der Gegner einen von hinten erreicht. Wenn man zudem vom Level her sehr viel stärker als ein Gegner ist, kann man ihn einfach über den Haufen rennen. Man kriegt dafür im Gegensatz zu Earthbound jedoch keine Erfahrungspunkte, man spart sich halt nur die Zeit einen unglaublich schwachen Gegner zu vermöbeln.
Die Story wird in 8 Kapiteln erzählt. Die ersten 3 bilden dabei den Prolog mit ständig wechselnden Charakteren, während das eigentlich Spiel mit dem aus Brawl bekannten Lucas als Protagonisten nach einem Sprung von 3 Jahren in die Zukunft in Kapitel 4 erst richtig losgeht.
Die Welt von Mother 3 ist deutlich kleiner als die von Earthbound, was den Einwohnern von Tazmiley (was so gut wie das einzige Dorf im ganzen Spiel ist) sehr viel mehr Charakter schenkt, ähnlich wie in Zelda: Majora's Mask. Die Details sind hierbei besonders schön implementiert. So reisst z.B. am Anfang des Spiels ein Charakter aus Versehen den Türknauf von Flints Haus ab und im Laufe der Kapitel kann man quasi verfolgen, wie der Türknauf von Person zu Person geht, bis er dann sogar im Abspann als eigenständiger Charakter aufgeführt wird. XD
Grafik:
Ähnlich wie in Earthbound darf man in diesem Bereich kein Meisterwerk erwarten. Die Grafik ist zweckmässig, nicht schlecht, aber auch nicht gut. Der Stil passt trotzdem sehr gut und präsentiert die skurrilen Charaktere perfekt. Die Kampfhintergründe sind geschmackssache. Auch hier ist das Spiel Earthbound sehr ähnlich und wer zu lange auf den Hintergrund starrt riskiert an Augenkrebs zu erkranken. Wabernde bunte Farben und ineinander üpertretende Muster erinnern eher an einen Drogentrip als an ein Rollenspiel, aber so ist das Spiel eben.
Sound:
Mich hat der Soundtrack sehr überrascht, im positives Sinne. Die Musikuntermalung ist sehr gelungen, vor allem in den Kämpfen, was dem Takt-Kombo-Feature positiv zugute kommt. Ausserdem fällt es mir schwer etwas schlechtes über einen Soundtrack zu sagen, in dem ein Stück von Beethoven vorkommt. >.<
Fazit:
Kommen wir also zum Punkt, was hält der selbsternannte Earthbound-Spezialist wirklich von seinem Nachfolger? Nun... Mother 3 ist sogar noch besser als Earthbound! Ich war sehr skeptisch, was das Kapitel-System und die relativ kleine Spielwelt betrifft, aber genau diese Punkte sind es, die die Story so unendlich genial machen. Die Kombination aus Humor und Dramatik ist dermassen vielseitig, dass man sich doch manchmal wundert, was im Kopf von Shigesato Itoi vorgeht. Auf der einen Seite haben wir einen Stamm transexueller, elfenartige Männer, auf der anderen Seite muss man mit ansehen, wie eine Familie zerrissen wird. Erst wird man mit allerhand Witzen und Wortspielen zugemüllt und dann kommt auf einmal ein Satz wie "Everyone is waiting for you. Waiting to hit you with rocks and spit at you. Who's everyone? Everyone you love.", den ich einfach in meine Signatur schmeissen MUSSTE. Ausserdem hat das Spiel geschafft, was sonst noch kein Videospiel ausser Final Fantasy 7 erreicht hat, ich habe einige Tränen vergossen. Und das, obwohl ich bereits seit Ewigkeiten dank Spoilern wusste, was da passiert. Wer immernoch nicht überzeugt ist, dem kann ich noch sagen, dass in diesem Spiel nicht nur der grösste Drache in der Geschichte der Drachen auftaucht, sondern auch das merkwürdigste Ende aller Zeiten.
Man muss den Vorgänger nicht gespielt haben, um Mother 3 zu verstehen, es wäre aber trotzdem ratsam, wenn man die Gastauftritte und Seitenhiebe auf Earthbound im letzten Kapitel verstehen will. Wer Earthbound gemocht hat, muss Mother 3 natürlich spielen. An dieser Stelle nochmal: Danke Tomato (und die anderen aus dem Team, aber Tomato mag ich besonders ^^).
Zuletzt bearbeitet: