Poetry Slam

Lord Duran

β
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Erstaunt, dass es darüber noch kein Thema gibt und frisch von meinem zweiten Slam kommend (als Gast selbstverständlich, teilnehmen tue ich (noch?) nicht) werfe ich mal die Fragen in den Raum:

Was haltet ihr von Poetry Slams?
Schon auf welchen gewesen?
Sogar selbst teilgenommen?

Ich war, wie gesagt, heute auf meinem zweiten Slam, bin ein riesiger Slam-Fan und vielleicht, wenn ich irgendwann plötzlich nicht mehr unfähig bin einen guten Text zu schreiben, würde ich auch gerne mal teilnehmen wollen.

Jetzt seid ihr dran, liebe Kinder!
 

MicalLex

Linksverwandter Grünmensch
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Als ich vor vielen Jahren davon hörte, fand ich das ganze recht interessant und doch habe ich es bisher nie geschafft, zu einem zu gehen. Ich hatte sogar den ein oder anderen Text geschrieben, von dem gesagt wurde, er wäre für eine solche Veranstaltung geeignet, wobei ich nicht glaube, daß meine Vortragsfähigkeiten damit übereingestimmt hätten.
Heute habe ich jedenfalls keine Ambitionen mehr, da selbst aktiv zu werden und was den Besuch als Zuschauer angeht, bin ich aufgeschlossen, aber nicht wirklich hinterher. Irgendwann wird sich schonmal ne Gelegenheit ergeben, so daß ich mir das mal angucke und nicht nur drüber lese oder davon höre.

Aber Xóchil mag ich, falls die immer noch ein Begriff ist in der Welt der Poetry Slams.
 

Lord_Data

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Woltl auch immer mal zu einem seit ich im WDR die Poetry Smal meisterschaft gesehn hab vor Jahren. Fand das super.
 

Jungle-Jazz

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Ich wäre gerne mitgekommen, aber konnte nicht =(
Teilnehmen würde ich aus diversen Gründen warscheinlich eher nicht.
 

Kamiro

The World
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Nun, ich war selber noch nie bei einem Poetry Slam.
Aber ich spiele in diesem Semester bei uns im Uni-Theater in einem "Stück" mit, das gewisse Einflüsse aus dem Poetry Slam aufweist.
(Jede Gruppe hat die selben Figuren, den selben Fundus an Requisiten und nur max. 7 Minuten Zeit pro Szene).

Aber Ende des Jahres (11. November oder so) ist - ebenfalls in Bochum - das Finale der Poetry Slam-Meisterschaft. Mal schauen, eventuell werd ich mri das mal anschauen, quasi weiterführende Beschäftigung mit der Materie. Oder sowas in der Art.
 

Jungle-Jazz

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Da ich gerade, aus arbeits-technischen Gründen, das Forum durchstöbere, bin ich zufällig auf diesen Thread gestoßen.

Und ich will sagen, ich war letztens endlich auch mal auf einem Poetry Slam. War ganz cool, besonders die Moderation und ihre Texte waren prima.

Die Teilnehmer waren, meines Erachtens, eher.. unterdurchschnittlich. Dazu muss man sagen, dass darunter war ein Kerl (recht alt) war, der noch nie auf einem Poetry Slam war und auch noch nie davon gehört hat, und dort seine Gedichtchen vorgetragen hat. An sich ganz okay, aber unpassend für einen Poetry Slam. Trotzdem toll, dass er sich das getraut hat.
Und 2 Teilnehmer die aus Hannover kommen wollten, sind unterwegs stecken geblieben und konnten nicht teilnehmen.

Aber alles in allem ein gelungener Abend.
 

Poe

Manaheld
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Aufgrund meines Nicknames darf mein Post in diesem Thread nicht fehlen. Habe schon einige Events besucht. Manche waren echt klasse, manche eher enttäuschend. Außerdem kenne ich den Erfinder von Poetry Slam (nicht persönlich). Er wohnte nur zwei Ortschaften nebenan (ob er es noch tut weiß ich aktuell nicht). Habe selbst schon einige Texte verfasst, jedoch nie aktiv teilgenommen. Beschränke mich seitdem eher auf Kurzgeschichten.
 

Redwolf

Folge der 8 bei den Palmen!
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"Nimm den Flow aus Nerdcore und du hast Poetry Slam ;)." – Der fiese Eristiker
"Poeten machen es per Vers"
 
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Jungle-Jazz

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Meine Meinung zu Poetry Slams hat sich ein bisschen geändert.

Ich fand das eigentlich alles ganz schön und gut, bis mir aufgefallen ist, dass die alle ihre Texte gleich betonen (ihr wisst schon, immer mit ihren komischen "Künstlerpausen" und völlig unangebrachten Metren). Ebenso ist mir aufgefallen, dass die meisten Texte, die sich anfangs immer sehr deep und emotional anhören, oftmals sehr flach sind und bei mir immer einen gewissen Fremdschameffekt auslösen.

Damit beziehe ich mich allerdings eher auf die kleinen lokalen Slams, wo jeder Hinz und Kunz mitmacht. An dieser Stelle möchte ich den Slammern ein wenig Respekt dafür zollen, dass sie sich überhaupt trauen, sich auf eine Bühne zu stellen um ihre Texte vorzutragen. Troztdem habe ich deswegen die Lust verloren, nochmal einen Slam zu besuchen.

Allzu sehr möchte ich Poetry Slams aber nicht haten, denn es gibt einige Slammer, die wirklich sehr unterhaltsam sind und gleichzeitig einem auch ein paar Zeilen zum Nachdenken mitgeben. Aber leider sind das halt die wenigsten.
 

saryakan

MEME FARMER
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Keine Ahnung, aber für mich ist das ganze 'Poesie', bei der die tatsächliche Handwerkskunst der Dichtung verloren geht.
Aber nicht jeder ist so ein pedantischer Metrik- und Reimschemafanatiker wie ich.
 

Poe

Manaheld
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Keine Ahnung, aber für mich ist das ganze 'Poesie', bei der die tatsächliche Handwerkskunst der Dichtung verloren geht.
Aber nicht jeder ist so ein pedantischer Metrik- und Reimschemafanatiker wie ich.
Da stimme ich dir zu. Anfangs standen nur Gedichte auf der Tagesordnung. Doch mittlerweile beschränken sich die Slammer auf "Geschichten aus dem Leben" mit teils abstrusen Stories und Gedankengängen. Das hat nichts mehr mit Poesie zu tun, sondern ist meistens nur noch reine Selbstdarstellung. Ich befürchte sogar fast, dass einigen das Germanistikstudium zu Kopf gestiegen ist und den ursprünglichen Hintergrund des Poetry Slam zu sehr verdrängt. Schade eigentlich.
 

Jungle-Jazz

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Stichwort Selbstdarstellung: Das ist besonders schlimm, weil viele der Slammer einfach nicht besonders interessant sind, es aber fälschlicherweise von sich denken und das dann als Text verfassen. Wer ein interessantes Leben hat, kann gerne stilvoll davon berichten (das ist übrigens auch einer der Aspekte, der Hip-Hop für mich interessant macht) aber schlechte Slice of Life Poesie, die denkt sie wäre intellektuell, muss ich nicht haben (wenn, dann bitte als Anime).

Wer ist eigentlich dieser "Erfinder" von Poetry Slam, den du erwähnt hattest? Dachte bisher, das käme aus den USA.
 

Poe

Manaheld
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Erfinder ist der falsche Ausdruck. Sorry. Der Ursprung liegt in der Tat in den Staaten. Allerdings hat er es in Deutschland "groß gemacht". Ich rede von Christian Ritter. Er stammt ursprünglich aus Königshofen bei Tauberbischofsheim und ist der gleiche Jahrgang wie ich. Mittlerweile lebt er aber in Berlin. Hat auch schon ein paar Bücher veröffentlicht.
 

Captain Olimar

Legende
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Ein Kulturverein hier in der Stadt organisiert in unregelmäßigen Abständen Poetry Slams. Es sind kleine Veranstaltungen wo jeder mitmachen darf. Klar, dass da auch einige Gurken dabei sind, aber bisher wurde ich immer gut unterhalten. Primär ist es kein Wettbewerb, auch wenn Punkte vergeben werden und der Gewinner wird dann per Applaus bestimmt.
Da viele in meinem Umfeld meinen, ich wäre auch ein recht guter Schreiberling, werde ich nächstes Mal auch teilnehmen. Einen Text habe ich schon fertig, der zweit existiert zumindest schon mal in meinem Kopf und kämpft gerade mit meinem inneren Schweinehund, dass ich ihn endlich zu Papier bringe.
Was mich auch interessiert: Könnte Zufall sein, aber bisher war bei jedem Slam, den ich gesehen habe, ein Sofa auf der Bühne. Ist das ein obligates Requisit für diese Veranstaltungen?
 

Poe

Manaheld
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Ich habe auch schon einige Events dieser Art besucht. In Würzburg fand es mal in regelmäßigen Abständen statt und in einigen anderen Großstädten natürlich öfters. Zu Beginn war ich ziemlich Feuer und Flamme für die Vorträge der diversen Künstler. Aber mittlerweile erweckt es für mich den Anschein, dass die Slammer sich nur noch der Selbstbeweihräucherung verschrieben haben, sprich versuchen sich mit schauspielerischen Einlagen völlig überzogen und gekünstelt in Szene zu setzen. Und wenn dann noch auf der Bühne geschrien wird ist es eh bei mir vorbei. Mit dieser Art von Beiträgen kann ich nichts anfangen. Es geht darum das Schreibtalent in gewissem künstlerischem Rahmen zu präsentieren und um nichts anderes PUNKT! Wir sind schließlich nicht im Komödienstadl oder in der Politsatire...
Was das Thema Sofas angeht habe ich leider keine Ahnung.
Aber ich würde gerne mal deinen Beitrag lesen, wenn es ok ginge. Bin privat auch viel am Schreiben und da bin ich schon in der Hinsicht etwas neugierig.
 

Jungle-Jazz

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Poe schrieb:
Aber mittlerweile erweckt es für mich den Anschein, dass die Slammer sich nur noch der Selbstbeweihräucherung verschrieben haben, sprich versuchen sich mit schauspielerischen Einlagen völlig überzogen und gekünstelt in Szene zu setzen.
Word. Und dann noch diese alberne Intonation beim Vortragen. Meins ist es nicht. Aber am schlimmsten find ich ja diese super sophisticated Rotwein-Weiber und die Typen, die gerne solche wären. 100% Cringe.

Obwohl ich schon gute Poetry Slammer gesehen habe und weiß, dass sie existieren, kann ich mit Poetry Slams inzwischen gar nichts mehr anfangen.

Dir trotzdem viel Erfolg, Captain!
 
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