Sanel M. bekam 3 Jahre.Gerecht?

!dk!

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Dolan

The man with the Devil Luck.
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Ich fand dazu einen schönen Kommentar beim Spiegel:

Tugce Albayrak: Kommentar zum Urteil gegen Sanel M. - SPIEGEL ONLINE

Ich meine, wenn das Gericht meint, 3 Jahre seien ausreichend, dann ist es so. Erstaunlich finde ich dass Strafmaß, dass wirklich im oberen Bereich angesiedelt ist, aber bei solch eine Tat, kann ich es verstehen.

PS: Herr M. ist kein Mörder im eigentlichen Sinne, da er "nur" wegen schwere Köperverletzung mit Todesfolge angeklagt wurde.
 

Idris

Papa Bär
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Tja, was soll ich da noch sagen? Deutschland ist eben ein Schlaraffenland für Kriminelle, wie dieses (Fehl-)Urteil mal wieder zeigt. 3 Jahre Bau, wo er nach bereits 11 Monaten wieder die Chance auf Entlassung bekommt (Urteil im Tugce-Prozess : Drei Jahre Haft für Sanel M. ? Der Richter verdient den Respekt aller - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten); tolle Strafe, oder besser gesagt, Sträfchen. Der Kerl ist mehrfach vorbestraft, u.a. wegen Einbruch und Körperverletzung (Sanel M.: Damit muss der Verdächtige im Fall Tugçe A. rechnen - DIE WELT), aber heutzuztage ist es ja üblich, die Täter als die "armen Opfer widriger Umstände" zu (v)erklären. Denn wie Focus Online selbst schreibt: "Doch wäre sein Urteil zu hart, würden nicht weniger Menschen Diskriminierung unterstellen. Schnell wäre die Legende des chancenlosen jungen Mannes mit Migrationshintergrund gesponnen" (Urteil im Tugce-Prozess : Drei Jahre Haft für Sanel M. ? Der Richter verdient den Respekt aller - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten). Und daran zweifel ich kein bisschen, dass da die ganzen Gutmenschen sturmliefen, wenn mit so einem kriminellen Subjekt entsprechend umgegangen würde.

@!dk!: Was ist eigentlich Deine Meinung zu der ganzen Geschichte?
 
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dunkeldorn

Nerdsheaven Member
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tja aber man muss halt dazu sagen das es halt jugend und nicht erwachsenen strafrecht ist
ich finde das strafmaß auch zu niedrig angesetzt aber das urteil ist halt nunmal gesprochen worden
 

MicalLex

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Ohne jetzt genau in der Materie zu stecken, erscheint es mir erstmal "gerecht" im Sinne unserer Gesetzeslage.

"Gerechtigkeit" im universellen Sinne gibt es nicht, davon sollte man sich gleich verabschieden. Gerecht wäre es, wenn er den Aufwand dafür betreiben müsste, den von ihm angerichteten Schaden zu beheben. Klappt bei gestorbenen Menschen gemeinhin nicht, wie wir wissen. Ersatzleistungen sind in dem Fall auch weniger drin (Schadensersatz z.B.).
Alles andere, was dann als "gerecht" empfunden wird ist nur subjektives (Rache/Genugtuungs-)Empfinden. ("Strafmaß muss so hoch sein, dass er so leidet wie sein Opfer", "Auge um Auge", etc.)

Soweit ich weiß, sind diese drei Jahre in etwa das Maximum, was er zu erwarten hatte bei den Umständen der Tat. Und da jeder Mensch ungeachtet der öffentlichen Meinung(-smache) gleich behandelt bzw. gleich verurteilt werden soll, finde ich das "gerecht".

Mag sein, dass er bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und mag sein, dass er ein schlechter Mensch ist und es ist definitiv falsch, jemand anderen zu schlagen (und sei man beleidigt worden oder nicht) und ohne das Opfer irgendwie zu korrumpieren, soweit ich weiß, ist das Opfer lebensbedrohlich verletzt worden, weil sich ihr Ohrring in den Kopf gebohrt hat, nach dem sie geschlagen/geschubst/was auch immer wurde. Hier kann wohl kaum von einer Tötungsabsicht gesprochen werden. Dadurch, dass es zum Tod kam, gewann die ganze Sache doch noch an weiterer Brisanz (unabhängig von dem Zivilcouragethema) und schließlich zu den Emotionen, die dem Täter entgegenschlugen. Und Emotionen sollten nicht die Grundlage von Rechtssprechung sein.

So unfein es ist, aber tagtäglich kloppen sich Menschen auf die gleiche Weise, ohne dass dabei jemand stirbt und da interessiert es auch wenige, ob es zu einer Verurteilung kommt oder welche Strafe angewendet wird. Sicherlich sind die Schläger keine Sympathieträger beim Volk, aber da wird vermutlich nicht nach lebenslänglich oder Hoden ab! geschrien.

Ich möchte um Verzeihung bitten, wenn mein Text hier an einigen Stellen pauschalisiert, es ist nicht meine Absicht, das Geschehene herunterzuspielen, zumal ich wie schon erwähnt nur bruchstückhaft verfolgt habe, was da eigentlich vorgefallen ist. Und bei der Berichterstattung und Hetze eines gewissen Mediums sowie ungeschickter Vorfälle während der Ermittlungen, ist es auch nicht so leicht, dem roten Faden zu folgen, finde ich.
 

Artemis

Ehrenuser
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Mal ne andere Frage: In wieweit ist es beim Strafmaß eigentlich relevant, ob man Erfolg hat?

Angenommen, ich würde einen Menschen kaltblütig umbringen wollen, faile dabei aber so gnadenlos, dass absolut niemand physische oder emotionale Schäden erleidet. Und weiterhin angenommen, die Absicht jedoch kann mir hundertprozentig nachgewiesen werden. Macht es dann beim Strafmaß irgendeinen Unterschied, dass mein geplanter Mord nicht geklappt hat?

Meine Meinung: Es sollte absolut keinen Unterschied machen.
 

Dolan

The man with the Devil Luck.
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Mal ne andere Frage: In wieweit ist es beim Strafmaß eigentlich relevant, ob man Erfolg hat?

Angenommen, ich würde einen Menschen kaltblütig umbringen wollen, faile dabei aber so gnadenlos, dass absolut niemand physische oder emotionale Schäden erleidet. Und weiterhin angenommen, die Absicht jedoch kann mir hundertprozentig nachgewiesen werden. Macht es dann beim Strafmaß irgendeinen Unterschied, dass mein geplanter Mord nicht geklappt hat?

Meine Meinung: Es sollte absolut keinen Unterschied machen.
Der Unterschied ist "nur" dass bei Mord es Lebenslänglich gibt, beim versuchten Mord, kann die Strafe abgemildert werden (so zwischen 3 und 15 Jahre), ansonsten ist es wie ein Mord zu behandeln, d.H. eine lebenslange FS.
 

Artemis

Ehrenuser
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Das alles ist ja sehr theoretisch. Ich frage mich, kann es bei versuchtem Mord bzw. versuchtem Irgendwas generell eine Milderung geben, wenn der Grund, warum es nicht zustande kam, komplett unabhängig von der Motivation des Täters ist?
 

Idris

Papa Bär
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Ohne jetzt genau in der Materie zu stecken, erscheint es mir erstmal "gerecht" im Sinne unserer Gesetzeslage.

Soweit ich weiß, sind diese drei Jahre in etwa das Maximum, was er zu erwarten hatte bei den Umständen der Tat. Und da jeder Mensch ungeachtet der öffentlichen Meinung(-smache) gleich behandelt bzw. gleich verurteilt werden soll, finde ich das "gerecht".

Mag sein, dass er bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und mag sein, dass er ein schlechter Mensch ist und es ist definitiv falsch, jemand anderen zu schlagen (und sei man beleidigt worden oder nicht) und ohne das Opfer irgendwie zu korrumpieren, soweit ich weiß, ist das Opfer lebensbedrohlich verletzt worden, weil sich ihr Ohrring in den Kopf gebohrt hat, nach dem sie geschlagen/geschubst/was auch immer wurde. Hier kann wohl kaum von einer Tötungsabsicht gesprochen werden. Dadurch, dass es zum Tod kam, gewann die ganze Sache doch noch an weiterer Brisanz (unabhängig von dem Zivilcouragethema) und schließlich zu den Emotionen, die dem Täter entgegenschlugen. Und Emotionen sollten nicht die Grundlage von Rechtssprechung sein.

So unfein es ist, aber tagtäglich kloppen sich Menschen auf die gleiche Weise, ohne dass dabei jemand stirbt und da interessiert es auch wenige, ob es zu einer Verurteilung kommt oder welche Strafe angewendet wird. Sicherlich sind die Schläger keine Sympathieträger beim Volk, aber da wird vermutlich nicht nach lebenslänglich oder Hoden ab! geschrien.

Ich möchte um Verzeihung bitten, wenn mein Text hier an einigen Stellen pauschalisiert, es ist nicht meine Absicht, das Geschehene herunterzuspielen, zumal ich wie schon erwähnt nur bruchstückhaft verfolgt habe, was da eigentlich vorgefallen ist. Und bei der Berichterstattung und Hetze eines gewissen Mediums sowie ungeschickter Vorfälle während der Ermittlungen, ist es auch nicht so leicht, dem roten Faden zu folgen, finde ich.
Das Grundproblem an der Materie ist meiner Meinung nach unsere viel zu lasche Gesetzgebung. Der Kerl hat sich bereits als Gefahr für die Gesellschaft erwiesen, und dennoch wird er mit Samthandschuhen angefasst. Der so groß angepriesene Eziehungsauftrag, ihn wieder zu resozialisieren, wird wahrscheinlich von solch überwältigendem Erfolg sein wie dieselben Versuche zuvor (ist ja schließlich nicht seine erste Verurteilung). Die Tötungshemmschwelle hat er jetzt ja überschritten, womit er in Zukunft vor Mord auch nicht mehr allzu sehr zurückschrecken dürfte. Aber wie immer wird der Brunnen erst dann zugedeckt werden, nachdem das Kind reingefallen ist.


"Gerechtigkeit" im universellen Sinne gibt es nicht, davon sollte man sich gleich verabschieden. Gerecht wäre es, wenn er den Aufwand dafür betreiben müsste, den von ihm angerichteten Schaden zu beheben. Klappt bei gestorbenen Menschen gemeinhin nicht, wie wir wissen. Ersatzleistungen sind in dem Fall auch weniger drin (Schadensersatz z.B.).
Alles andere, was dann als "gerecht" empfunden wird ist nur subjektives (Rache/Genugtuungs-)Empfinden. ("Strafmaß muss so hoch sein, dass er so leidet wie sein Opfer", "Auge um Auge", etc.)
Ja, das stimmt, aber werfen wir doch mal einen Blick auf die überlieferten Moralvorstellungen. Denn es wird schon sowas wie ein allgemeines Gerechtigkeitsverständnis geben, das tief in der menschlichen Psyche verankert ist, und das lautet Auge um Auge. Sei es nun in den abrahamischen Religionen, wo es auch wortwörtlich so steht, im asiatischen Kulturraum hingegen nennt man es Karma, und auch in vielen anderen Religionen, Ethien und Ethnien gilt das schlichtweg als gerecht. (Und auch wenn das Prinzip "Auge um Auge" auf den ersten Blick als mittelalterlich erscheint, so ist es doch bei genauerer Betrachtung meiner Meinung nach das Gerechteste was es gibt, da so der Täter mal am eigenen Leib spürt, was er anderen zumutet und antut.)


Das alles ist ja sehr theoretisch. Ich frage mich, kann es bei versuchtem Mord bzw. versuchtem Irgendwas generell eine Milderung geben, wenn der Grund, warum es nicht zustande kam, komplett unabhängig von der Motivation des Täters ist?
Hm, meines Wissens nach nicht. Aber könntest Du trotzdem mal ein Beispiel geben, damit ich sehe, ob ich Dich auch richtig verstanden habe?
 
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Artemis

Ehrenuser
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Sagen wir, du gehst mir unglaublich auf die Nerven. Ich zieh dir eins über und verschleppe dich in mein Versteck, wo ich vorhabe, dich langsam eines qualvollen Todes sterben zu lassen. Vollkommen wehrlos musst du meinen Villain-Monolog über dich ergehen lassen und hast quasi schon innerlich mit deinem Leben abgeschlossen. Du fragst dich, wie es so weit kommen konnte, da du niemals gedacht hättest, dass sich diese Person wirklich als so gestörter Psycho hätte entpuppen können. Du siehst absolut keinen Ausweg mehr.

Gründe, die meine Motivation betreffen:
- ich sehe ein, dass mein Handeln falsch war, und lasse dich gehen

Gründe, unabhängig von meiner Motivation:
- ich stelle mich zu dämlich an und du kannst entkommen
- die Polizei kann mich in letzter Sekunde noch stoppen
- ich höre komische Geräusche, denke, es spukt, und laufe wie ein kleines Mädchen weg
- du stirbst einfach so ohne mein Zutun an Super-Aids
 

Dolan

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Dann gibt es mWn keine mildernde Umstände (außer man kann dir Nachweisen, dass du unzurechnungsfähig bist), d.H. es wird von der Strafe her wie ein richtiger Mord behandelt.
 
OP
OP
D

!dk!

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Sagen wir, du gehst mir unglaublich auf die Nerven. Ich zieh dir eins über und verschleppe dich in mein Versteck, wo ich vorhabe, dich langsam eines qualvollen Todes sterben zu lassen. Vollkommen wehrlos musst du meinen Villain-Monolog über dich ergehen lassen und hast quasi schon innerlich mit deinem Leben abgeschlossen. Du fragst dich, wie es so weit kommen konnte, da du niemals gedacht hättest, dass sich diese Person wirklich als so gestörter Psycho hätte entpuppen können. Du siehst absolut keinen Ausweg mehr.

Gründe, die meine Motivation betreffen:
- ich sehe ein, dass mein Handeln falsch war, und lasse dich gehen

Gründe, unabhängig von meiner Motivation:
- ich stelle mich zu dämlich an und du kannst entkommen
- die Polizei kann mich in letzter Sekunde noch stoppen
- ich höre komische Geräusche, denke, es spukt, und laufe wie ein kleines Mädchen weg
- du stirbst einfach so ohne mein Zutun an Super-Aids
Dieser Beitrag List sich Witzig sollte es aber nicht bei ernsten Themen.



ps Im Anfangs Tread Änderung von Mörder in Täter weil es hier Sicher einen gibt der sich darüber aufregt.
 

Idris

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@Artemis: Wie Dolan schon sagte, für Dummheit bzw. Unfähigkeit gibt es keine mildernden Umstände, da die Tötungsabsicht bei Dir ja die ganze Zeit trotz allem vorhanden war.

ps Im Anfangs Tread Änderung von Mörder in Täter weil es hier Sicher einen gibt der sich darüber aufregt.
Oh ja, da hast Du wirklich recht. Du kennst Dich ja schon ganz gut hier im Forum aus.

(Aber Deine Meinung hast Du immer noch nicht verraten.) ;)
 

Artemis

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Den Satz mit dem Psycho hätte ich besser weggelassen. Ne, ich bin geistig völlig normal. Ich habe irgendeinen tollen Grund und bin einfach nur ein Drecksack. Von daher, keine Milderung aufgrund Unzurechnungsfähigkeit.
 

Idris

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Das mit dem Psycho ist mir gar nicht aufgefallen, von daher gilt meine Antwort von eben.
 

Lord_Data

*wuff wuff*
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ALso erstmal will ich mir kein zu großes Urteil darüber bilden. Sowas ist immer eine schreckliche Tat, drei Jahre sind unendlich viel in so einem Alter (während andere ihre Ausbildung/Studium beenden, macht er .. nichts) und er wird aufgrund der Berichterstattung einschlägiger Medien nie wieder sozialisiert werden können, denke ich.

und da sind wir beim thema. Sorry, wie kann es sein, dass hier (bis auf den SPON Artikel.. Welt verbuche ich mal unter Springer-Presse) nur Bild und Focus als Quellen genutzt werden? Da können wir direkt die gmx.de-News als gute Quelle bringen. Sorry. Bildblog hat die Berichterstattung der Bild mal zusammengefasst jetzt rückblickend bis zum prozess:
Wie die Medien den Tugçe-Prozess behindert haben — BILDblog
Und wie man sieht ist sie rufschädigend, meinungsbildend, voreilig, einseitig und prozessschädigend. Ja, auch im Sinne von: diese Meinungsbildung köntne sich strafmildernd für den Angeklagten auswirken.

Und genau dieses Bild findet man dann auch hier. Man versucht sich über einen fremden Menschen mit (teilweise erfunden oder zumindest übertriebenen) Informationen aus zweiter Hand ein Urteil zu bilden. Wozu eigentlich? Damit man sich morgens bei Zeitunglesen aufregen kann "Ah diese Kriminellen werden in diesem Land wie Könige behandelt, und der einfache Mann ist immer der Idiot!"? Dass wir 80 Millionen Budnestrainer haben war mir klar, aber 80 Millionen Richter, die sich - ohne irgendeine Sach- und Fachkenntnis! - anmaßen, Leute zu verurteilen, dann auch noch Psychologen sind, die an hand eines Blicks die gesamte Psyche eines Menschen durchblicken können und dann noch Wahrsager, die die gesamte Zukunft eines Täters vorraussehen können ("der wird sich doch eh nicht ändern") - das wusste ich nicht. Wir sind ein ganz schön gut ausgebildetes Volk anscheinend.

Ich will da gar nicht mehr drauf eingehen, da ich hier im Forum schon öfter gemerkt habe, dass manche User ein verzerrtes Bild unseres Rechtsstaats haben, wie ich finde. Dann werden schnell Fronten gebildet und eine sachliche Diskussion ist nicht mehr möglich. Da will ich mich gar nicht mehr reinsteigern, die letzte Diskussion hat mir schon gereicht ...
 

saryakan

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Das einzige, was mich aufregt, ist wenn solch ein Medienrummel um so etwas gemacht wird. Diskussionen darüber ob das Urteil Gerecht sei oder nicht sind irrelevant und führen im Prinzip zwangsweise zu einer Grundsatzdiskussion ob man dem dt. Rechtssystem vertraut oder nicht.

Rain:
(Und auch wenn das Prinzip "Auge um Auge" auf den ersten Blick als mittelalterlich erscheint, so ist es doch bei genauerer Betrachtung meiner Meinung nach das Gerechteste was es gibt, da so der Täter mal am eigenen Leib spürt, was er anderen zumutet und antut.)
Gott sei Dank zählt das in unserer modernen Welt nicht mehr so. "Gerechtigkeit" darf einfach nicht etwas subjektives sein. Absolute Gerechtigkeit wie Mical schon schrieb wird man nicht erreichen können. Genau so werden wir auch niemals das gesammte Universum verstehen, aber das hält Wissenschaftler auch nicht davon ab weiter nach Wissen zu streben.
Effektiv muss unsere Rechtsprechung sich so sehr von subjektivität entfernen wie es eben möglich ist um dieser "absoluten" Gerechtigkeit näher zu kommen.
(Ganz abgesehen davon dass "Auge um Auge" schon im Mittelalter, das ja sehr stark vom Christentum geprägt war, philosophisch eigentlich überholt war und eher in die Antike zu stecken ist!)


@!dk!
Ich nehme dankbar zur Kenntniß, dass der Öffnungspost so Wertneutral wie möglich gehalten wird. :D
Aber ich bin auch ein Vertreter der Ansicht, dass überall und immer ein Platz ist um über Dinge lachen zu können. (Außerdem ist das einfach Artemis Stil XD )
 

Idris

Papa Bär
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ALso erstmal will ich mir kein zu großes Urteil darüber bilden. Sowas ist immer eine schreckliche Tat, drei Jahre sind unendlich viel in so einem Alter (während andere ihre Ausbildung/Studium beenden, macht er .. nichts) und er wird aufgrund der Berichterstattung einschlägiger Medien nie wieder sozialisiert werden können, denke ich.
Genau, der arme Bub! Er muss 3 Jahre, oder zumindest ganze 11 Monate davon absitzen, nur weil er eine Frau umgebracht hat... :nerv:
Gut, dass er in der Region spätestens jetzt auf diversen schwarzen Listen steht, kann ich mir vorstellen, doch vergiss nicht, dass er selbst daran schuld ist.


und da sind wir beim thema. Sorry, wie kann es sein, dass hier (bis auf den SPON Artikel.. Welt verbuche ich mal unter Springer-Presse) nur Bild und Focus als Quellen genutzt werden? Da können wir direkt die gmx.de-News als gute Quelle bringen. Sorry. Bildblog hat die Berichterstattung der Bild mal zusammengefasst jetzt rückblickend bis zum prozess:
Wie die Medien den Tugçe-Prozess behindert haben — BILDblog
Und wie man sieht ist sie rufschädigend, meinungsbildend, voreilig, einseitig und prozessschädigend. Ja, auch im Sinne von: diese Meinungsbildung köntne sich strafmildernd für den Angeklagten auswirken.
Wie auch immer die Springer-Presse die Sache ausschmückte, Fakt ist, dass aufgrund seiner Gewaltanwendung die Frau jetzt tot ist. Und genau darum geht es.


Und genau dieses Bild findet man dann auch hier. Man versucht sich über einen fremden Menschen mit (teilweise erfunden oder zumindest übertriebenen) Informationen aus zweiter Hand ein Urteil zu bilden. Wozu eigentlich? Damit man sich morgens bei Zeitunglesen aufregen kann "Ah diese Kriminellen werden in diesem Land wie Könige behandelt, und der einfache Mann ist immer der Idiot!"? Dass wir 80 Millionen Budnestrainer haben war mir klar, aber 80 Millionen Richter, die sich - ohne irgendeine Sach- und Fachkenntnis! - anmaßen, Leute zu verurteilen, dann auch noch Psychologen sind, die an hand eines Blicks die gesamte Psyche eines Menschen durchblicken können und dann noch Wahrsager, die die gesamte Zukunft eines Täters vorraussehen können ("der wird sich doch eh nicht ändern") - das wusste ich nicht. Wir sind ein ganz schön gut ausgebildetes Volk anscheinend.
Ok, Du behauptest, diverse Informationen seien erfunden oder zumindest übertrieben und aus 2. Hand. Sicherlich kannst Du die genau benennen und entspr. falsifizieren. Bitte, nur zu, stelle es richtig, denn ich kann durchaus einen Fehler eingestehen, wenn ich mich täuschen lassen habe.

Und da Du mit Deinem Sarkasmus bezüglich der manigfaltigen Volksbildung eh auf meine Aussage abzieltest, lass uns die Dinge doch mal klarstellen:
Wir wissen beide, dass ich Dein blauäugiges Vertrauen in den Rechtsstaat und in die (Unfehlbarkeit der) Justiz nicht teile. Ebenfalls hege ich gesunde Zweifel gegenüber der Vorstellung, dass ein Straftäter durch entspr. Maßnahmen im Knast vollkommen resozialisiert wird. Das kann zwar der Fall sein, ist es jedoch nicht immer. Und wenn Du meinen Post genau durchgelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass meine "wahrsagerische Voraussage über die Zukunft des Täters" reine Spekulation ist. Aber wenn ich oder sonst jemand sowas über die Psyche des Täters sagen, dann ist es sowieso nur das Gelaber irgendwelcher Typen, die eh keine Sach- und Fachkenntnis haben. Doch wenn ein Psychologe haargenau das Gleiche sagt, ja dann ist es plötzlich richtig.


Ich will da gar nicht mehr drauf eingehen, da ich hier im Forum schon öfter gemerkt habe, dass manche User ein verzerrtes Bild unseres Rechtsstaats haben, wie ich finde. Dann werden schnell Fronten gebildet und eine sachliche Diskussion ist nicht mehr möglich. Da will ich mich gar nicht mehr reinsteigern, die letzte Diskussion hat mir schon gereicht ...
Ein gutes vorgeschobenes Argument, um weiteren Diskusionen aus dem Weg zu gehen, nur weil man ein Problem mit der Sichtweise des Anderen hat. Das erinnert doch an die Fabel mit dem Fuchs, der die Trauben für sauer erklärte, nur weil sie für ihn zu hoch hingen.

Gott sei Dank zählt das in unserer modernen Welt nicht mehr so. "Gerechtigkeit" darf einfach nicht etwas subjektives sein. Absolute Gerechtigkeit wie Mical schon schrieb wird man nicht erreichen können. Genau so werden wir auch niemals das gesammte Universum verstehen, aber das hält Wissenschaftler auch nicht davon ab weiter nach Wissen zu streben.
Effektiv muss unsere Rechtsprechung sich so sehr von subjektivität entfernen wie es eben möglich ist um dieser "absoluten" Gerechtigkeit näher zu kommen.
(Ganz abgesehen davon dass "Auge um Auge" schon im Mittelalter, das ja sehr stark vom Christentum geprägt war, philosophisch eigentlich überholt war und eher in die Antike zu stecken ist!)
Ich stimme mit Dir damit überein, dass letzten Endes das ganze Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden subjektiv ist. Und die Gesetze wurden auch nur von Menschen gemacht, daher unterliegt auch das Strafmaß der Justiz diesen Beschränkungen und ist somit bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluss, auch wenn der ein oder andere das denken mag. Und der so hochgepriesene Täterschutz, eine Errungenschaft des modernen Rechtsstaates, von dem mag man halten was man will (zumindest, wenn damit übertrieben wird, aber auch das ist Ansichtssache).
 
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Lord Duran

&#946;
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Ich stimme mit Dir damit überein, dass letzten Endes das ganze Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden subjektiv ist. Und die Gesetze wurden auch nur von Menschen gemacht, daher unterliegt auch das Strafmaß der Justiz diesen Beschränkungen und ist somit bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluss, auch wenn der ein oder andere das denken mag.
Möchtest du damit wirklich aussagen, dass unser Justizsystem nicht besser oder schlechter ist als Selbstjustiz?
 
OP
OP
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!dk!

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Oh ja, da hast Du wirklich recht. Du kennst Dich ja schon ganz gut hier im Forum aus.

(Aber Deine Meinung hast Du immer noch nicht verraten.) ;)
Meine Meinung ist das die Gesetze in Deutschland einfach nicht Hart genug sind.
Nehmen wir z.B. die Strafe wenn ein Fußgänger Bei Rot über die Ampel geht.
Wie hoch is die Strafe?
Ne Geldstrafe von Läppischen 5€.
Meiner Meinung nach ne GS von 50€ -100€

Bin übrigens Gegen die Todesstrafe.
Und Liberal.
 
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