Vergänglichkeit

Ashura

Amazone und Meridian Child
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
4.465
...ist euch das auch schonmal passiert, das euch etwas wirklich glücklich gemacht hat und dann viel zu schnell vorbei war?

Ich stecke jetzt z.B.: in den letzten 1 1/2 Monaten meines Praktikums und wünschte mir, ich hätte mehr Zeit in meiner jetziges Praxisstelle. Jedes Mal wenn mein Lohnzettel Anfang des Monats reinflattert, denke ich "Nein! Ich will noch etwas bleiben, egal wie!"

Die Mitarbeiter sind nett, die Bewohner einfach nur goldig, selbst wenn alle miteinander natürlich auch mal ihre "dollen 5 Minuten" haben, wie ich es nenne, wenn ich das Gefühl bekomm, das eine Person mich an dem Tag irgendwie sabotieren will.

Aber das ist die erste Stelle, wo ich wirklich das Gefühl hatte, wertgeschätzter Teil des Ganzen und nicht nur eine Nummer auf einer Liste zu sein. Schade, das die nach meinem Abschluss wohl eher keine zweite Sozpäd einstellen werden. Ich werde die echt alle schwer vermissen...oder steig´ da als Präsenzkraft, notfalls sogar ehrenamtlich ein!:tja:

Ich will dort einfach mehr Zeit, mehr mit den anderen dort Lachen und den Bewohnern zu zeigen, das sie nicht das vergessene alte Eisen sind, für das einige sich durch dummes Geschwätz, das sie irgendwann mal gehört haben, halten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Haribomann

Halbgott
Mitglied seit
04.04.2002
Beiträge
334
Na klar, ständig. Alles was glücklich macht ist tendenziell schneller vorbei, als es einem lieb ist.

Ein derart positives Arbeitsumfeld ist aber auch nicht alltäglich und ich kann voll verstehen, dass du dort bleiben willst. Was willst du aber deshalb tun?

Wenn du „alles versuchst“ und es eben doch nicht klappt, bleibt dir ja nicht viel übrig. Klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber: Es gibt auch andere gute Stellen und liebenswürdige Menschen.

Du könntest natürlich auch eine andere Stelle suchen und dich längerfristig erneut an deiner jetzigen Stelle bewerben. In Kontakt bleiben und in der Freizeit vorbei kommen. So 1 bis 2 Mal im Jahr reicht da völlig.
Das habe ich auch mal gemacht und habe so gute 2 Jahre nach meinem Praktikum immer noch Kontakte gehabt, die mir eine Stelle ermöglicht hätten, wäre da keine Rezession und schlechte Geschäftszahlen gewesen…

Ich bin Ingenieur und habe ein ganz anderes Umfeld, trotzdem ist das vielleicht eine Möglichkeit für dich?
Wenn dir die Leute wirklich so wichtig sind, dann besuch sie, oder schreib ihnen. Wenn es dir „nur“ um einen guten Arbeitsplatz geht, wirst du auch wieder einen neuen finden.

Schade ist es natürlich trotzdem!
 
OP
OP
Ashura

Ashura

Amazone und Meridian Child
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
4.465
Ich denke echt drüber nach, da als Ehrenamtliche Helferin zu bleiben...und wenns Studium wieder ruhiger wird dann evtl. doch dort 10-Stunden-Präsenzkraft gegen etwas Geld zu werden bis ich als Sozpäd wo anfangen kann.

Dann kann ich da bleiben und gucken ob nicht doch was frei wird oder n Wunder passiert und irgendwer dann sagt: Seniorenheime brauchen 2 Sozialpädagogen...

Erst heute noch bekam ich n tolles Lob von den Bewohnern, die meinten nach dem Adventskränzchen das ich für Sie vorbereitet habe, dass alle Veranstaltungen die ich mache klasse wären und ihnen wirklich Freude machen. Besser gehts ja nicht, oder?
 

Haribomann

Halbgott
Mitglied seit
04.04.2002
Beiträge
334
Wenn du dir das leisten kannst, dann tu es.

Aber mal ehrlich: Wenn du dich engagierst in einem sozialen Umfeld, dann wirst du immer nette Leute treffen und dich wohl fühlen. So ein Lob ist echt toll und man fühlt sich gebraucht und gewollt, was natürlich auch super ist bei einer Arbeit!
Du würdest so ein Lob aber mit Sicherheit auch wieder bekommen, wenn du dich auf eine neue Stelle einlässt.
Es gibt viele andere Seniorenheime, die mit gleichermaßen "hilfsbedürftigen" und freundlichen Menschen gefüllt sind. Nur mal als Ermutigung, nicht zu krampfhaft daran festhalten zu wollen, wenn es nicht geht. ;-)
 
OP
OP
Ashura

Ashura

Amazone und Meridian Child
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
4.465
Danke^^

Ich denke da iss was wahres dran. Ich mag Senioren halt einfach gern und kann einen Großteil ihrer Macken gut nachvollziehen, da ich selbst immer einen guten Draht zu meinen Großeltern hatte.

Mir passierts oft, das die Damen und Herren wenn sie mal kurz auf meinen Namen nicht kommen, mich dann "Frau Süß" nennen, da ich tatsächlich ein "ü" in meinem Familiennamen habe und sich für mich inzwischen der Verdacht erhärtet, das mich die Senioren wirklich als süß wahrnehmen(klein, rehäugig, meistens am Lächeln und immer höflich, selbst wenn ich angeschrien werde).
 

Heiko90

Ritter
Mitglied seit
14.06.2016
Beiträge
10
Wenn es dir dort so gut gefällt und du gut klarkommst, wieso fragst du nicht nach einer Festsanstellung oder einem Praktikum? Bleib am besten in Kontakt mit dem Unternehmen und schau später nochmal vorbei. Ich wünsche dir alles gute.
 
OP
OP
Ashura

Ashura

Amazone und Meridian Child
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
4.465
Danke Heiko, mache da n Ehrenamt u d halte so Kontakt.
 

Poe

Manaheld
Mitglied seit
04.09.2016
Beiträge
1.008
Momentan wieder ein aktuelles Thema. Da ich seit 33 Jahren im gleichen Haus im gleichen Ort wohne erlebe ich über die Jahre Veränderungen, die die Vergänglichkeit widerspiegeln. Letzte Woche ist ein Nachbar gestorben, den ich seit meiner Kindheit kannte. Irgendwie lichtet sich das Feld und immer mehr Alteingesessene in der Nachbarschaft scheiden dahin. Es kommen zwar Neue aber der Bezug fehlt irgendwie. Auch Handwerk und Dienstleistung werden rar. Seit diesem Jahr gibt es weder Bäckerei, Metzgerei, Tante-Emma-Laden, Post noch Bank, da alle aufgrund des Alters das Geschäft aufgeben oder weil es sich nicht mehr lohnt. Und natürlich findet Vergänglichkeit auch am eigenen Körper statt. Hier ein Fältchen, heute ein paar Haar weniger und morgen...? Wer weiß? Nur Dinge sind wirklich vergänglich, die man nicht im Herzen trägt, denn die Erinnerungen kann einem niemand nehmen.
 
Oben