Fleischfresser oder Vegetarier?

Paolin

Mächtiger Krieger
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ob mein Essen in der selben Pfanne gebraten wurde wie das Fleisch stört mich auch nicht. Es geht mir auch um den ökonomischen Aspekt, dass ich dadurch nicht unterstütze, dass mehr Fleisch gekauft wird (was ich täte, wenn ich Fleisch mitessen würde).
Schade dass du da keine Erfahrungen teilen kannst, aber vielleicht hat jemand anderes ein paar interessante Rezepte auf Lager? ;)

Um mich mal hier threadgerecht einigermaßen zu klassifizieren:

Ich ernähre mich bewusst vegetarisch seit Ostern 2008 (glaub ich), aus moralischen Gründen (habe damals viel mit Mitbewohnern philosophiert und da wurde mir das sehr wichtig, wollte es aber immer schonmal probieren), geblieben ist es bisher, weil ich mich so einfach besser fühle. Ich schlafe z.B. besser und fühle mich tagsüber nicht mehr so müde. Außerdem finde ich es irgendwie leckerer und interessanter in Hinblick auf Geschmacksvielfalt. Sonst wurde ich zu oft und leicht zu einem ständigen "Fleisch mit Soß'" verleitet (ich sage "ich" und nicht "jeder der Fleisch isst"!).
Seit neuestem probiere ich ab und an bewusst vegane Gerichte aus, ich will da nichts überstürzen, aber eben neue Dinge kennenlernen. Sojamilch mag ich zB gar nicht, Hafermilch find ich dafür lecker. Vielleicht sogar leckerer als Kuhmilch. Mal sehen, was draus wird.

Ich will keinem meine Überzeugung aufzwängen, finde es aber sehr schade, dass sehr viele Menschen ziemlich unbewusst/unachtsam durch das Leben wandeln (einige Menschen würden ihr Essen eben nicht mehr essen, wenn sie sich bewusst wären, wo es herkommt). Ich kann es aber niemandem vorwerfen. Meine eigene Weste ist schließlich allerhöchstens "mittelgrau".
Ich verzichte generell auch auf Leder, Kosmetika verwende ich kaum (Deo, Duschgel, Rasierschaum und Shampoo das wars) und achte dort (noch?) nicht auf Tierschutz.
Ob so eine Lebensweise wirklich gesünder ist, da wäre ich mir gar nicht mal so sicher. Es gibt vielleicht Studien die dann ein längeres Leben oder sowas belegen, aber ein Bekannter von mir isst auch seit er lebt (und ich schätze er geht auf die 50 zu) eigentlich nur Kartoffeln und Fleisch. Kein Gemüse, schon generell nix Grünes - ultrahart eben. Und er ist (schon immer) kerngesund.

Leben und leben lassen (auch die Tiere ;) )

Mein Lieblingsspruch bezüglich dieses Themas:
Ich bin nicht Vegetarier weil ich Tiere mag, sondern weil ich Pflanzen hasse!
 

Redwolf

Folge der 8 bei den Palmen!
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Zeit für einen undifferenzierten, polemischen Witz:

Wie erkennt man einen Veganer auf einer Party?

Gar nicht. Er wird es erzählen. Jedem.

Eigentlich ist das Thema aber verstärkt eine Moraldiskussion. Ich bin ja tendenziell Anhänger des Utilitarismus, kurz: "Handle so, dass sich ein größtmöglicher Vorteil für möglichst viele entsteht" (das kann man gerne auch langfristig sehen).

Jetzt lässt sich drüber streiten, inwiefern die Welt besser ist, wenn ich ein Stück Fleisch esse. Ich habe selber im Freundeskreis Vegetarier und Veganer. Von daher kenne ich die Argumentationen, welche diese für ihre Essgewohnheit ins Feld führen.

Ich führe mir selbst folgendes vor Augen. Der Mensch ist im Wesentlichen eine Laufmaschine. Die Evolution hat dem Menschen zwei Beine, den aufrechten Gang, felllose Haut, Schweißdrüsen verliehen, damit er sich möglichst energieeffizient vorwärts bewegen kann. Dies hat dem Menschen verstärkt bei der Jagt geholfen. Die Urzeitmenschen hatten wohl nur primitive Waffen, keinen Bogen o.ä. und waren auf zwei Beinen nicht umbedingt schnell. Dafür aber ausdauernd. So musste der Urzeitredwolf einem Tier sehr lange hinterherrennen, bis dieses vor Anstrengung kollabierte und der Urzeitredwolf es mit seiner Keule erschlagen konnte. Nicht umsonst spricht man ja von Jägern und Sammlern - sprich Allesfresser. Die Entwicklung eines großen Hirns ist u.a. auch den Fleischkonsum des Urzeitredwolfs zu verdanken, da Hirnaktivität sehr viel Energie benötigt (rund 20% des Energieumsatzes). Denk dich schlank ;).

Mittlerweile ist der Mensch aber gemessen an seinen Feinden evolutionär oben angekommen, kann und sollte sich leisten etwas moralischer zu sein. Das kann für viele bedeuten die eigenen Essgewohnheiten zu hinterfragen. Allerdings sind die dafür gebrachten Argumente oft angreifbar. Zum Beispiel konnte der mir bekannte Veganer nur schwierig argumentieren, warum er Auto fährt. Beim Autofahren werden Unsummen an Insekten getötet. Im Vergleich zum Fleischkonsum bei Masttieren passt hier das Verhältnis nicht. Aufs Autofahren wollte er jedoch nicht verzichten und zog sich auf die Position zurück, dass er ja Autofahren müsse und diese Tiere im vorbeigehen sterben. Ihm quasi vor das Auto fliegen. Genauso würde er auch Insekten in seiner Wohnung töten, oder lieber aussetzen, da es aus seiner Sicht Parasiten sind. Aufsetzend darauf hätte man gegenargumentieren können mit den Aufwänden, welche durch eine vegane Ernährung entstehen. Etwa das Ordern einer Lieferung von Tofu und anderen Dingen die nicht jeder Laden zur Verfügung hat. Oder den Anfahrtsweg für Spezialgeschäfte. Eine hervorstehende Inkonsequenz und Dilemma zeichnet sich in dieser Diskussion aus meiner Sicht ab. Durch einen Verzicht oder zumindest Teilverzicht aufs Autofahren würde mehr Leben geschohnt werden, als durch den Verzicht auf das Essen von Masttieren. Auffallend ist auch, das für viele nicht das Leid der Tiere ins Gewicht fällt die gemeinhin unbeliebt sind wie Insekten, Ratten, Mäuse, Tauben usw. Argumentativ in einer Moraldiskussion wie dieser hier schon. In der Realität dann aber nicht.

Interessant wäre die Entwicklung von Lebewesen, welche keine Intelligenz besitzen und nur als Fleischerzeuger dienen. Dann hätte man das Dilemma gelöst. Zumindest für Personen die beschlossen haben sich überhaupt von etwas was man einem Lebewesen zuordnen kann (wie Pflanzen) zu ernähren und nicht nur tote Materie essen.

Gründsätzlich bin ich da ja aus der Situation heraus für geringstmöglichstes Leid für das Individuum. Ich kann also nachvollziehen, dass es besser ist auf das Essen von Schlachtvieh zu verzichten und dadurch Leid von intelligentem Leben zu reduzieren. Bei Pflanzen sehe ich kein Problem, da es nicht erwiesen ist, inwiefern diese leiden, ein Bewusstsein haben oder Schmerz selbst wahrnehmen.

Bezugnehmend auf den Eingangswitz fällt mir auf, dass es immer mehr Leute gibt, welche sich selbst über ihre Essweise identifizieren. Das gibt es sicherlich auch bei jedem von uns in anderen Formen. Irgendwo versucht der Mensch ein Bild von sich selbst zu zeichnen. Sobald dieses Bild angegriffen wird, erleidet der Mensch kognitive Dissonanz und braucht ein Gebilde, in welchem eine für ihn annehmbare Moral sein Handeln rechtfertigt. Manche würden Identitätsfindung als Wichtigtuerei hinstellen. Da gibt es viele Beispiele für: "Metalheads, die im Genre verhaftet sind", "Personen die alles was Mainstream ist meiden", Opelfahrer und Polohemdträger.

Ich finde es auffällig das Esskriterien, die nicht den typisch deutschen Stereotypen treffen hier für viele ein Identifikationsmerkmal ist. Aber auch das ist für mich weniger ein Problem. Denn nur wer sich selbst gefunden hat, ist auch selbstbewusst. Und das trägt wiederum zum "Vorteil der Vielen" bei und führt zu einer Gesellschaft die nicht den Kopf hängen lässt. Herzet den Flamewar.
 
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Szadek

Cash or Octopus
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Wie zum Henker kann man Hunde vegan am Leben erhalten? Die würden doch vermutlich früher später sich auf dem nächsten Spielplatz was leckeres reißen.
 

Sawyer

Manaheld
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Find ich auch. Hunde vegan zu ernähren grenzt nahezu an Tierquälerei, da es alles andere als artgerechte Haltung ist.
 

Biquinho

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Ich halte das auch für Tierquälerei... so einen Unsinn habe ich bisher noch nicht gehört. Wundert mich aber nicht, dass ein Veganer dann auch seine Tiere so ernährt (bestimmt auch Kinder...). Finde das schon etwas gestört...
 

Paolin

Mächtiger Krieger
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Was ich "lustig" finde ist, dass er offensichtlich vorher noch nie über die Konsequenzen des Autofahrens nachgedacht hat. Ich bin der Meinung, bevor man anderen die eigene Ideologie aufzwängen will, sollte man sich selbst über alle möglichen Konsequenzen dieser Ideologie im Klaren sein (und das ist man nie wirklich).

Kinder vegan ernähren finde ich per se nicht problematisch. Das Problem ist, dass Kinder nunmal noch nicht so rational essen wie ältere Menschen, und dadurch dann nicht unbedingt alles essen was sie essen sollten. Von daher würde ich das nicht machen.
 

Nazgul

Mitey Pirabbite
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Laut Biologen in meinem Freundeskreis IST es problematisch, Kinder vegan zu ernähren, da dann bestimmte Eiweiße fehlen, die für das Wachstum einfach wichtig sind. Verlangt aber bitte nicht von mir, da näher ins Detail zu gehen...

Peace^^
 
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MicalLex

Linksverwandter Grünmensch
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Gibt bestimmt auch Biologen, die sagen, daß es völlig egal ist, ob man die Kinder vegan ernährt oder nicht. Von daher wären Details vielleicht schon ganz gut. ;)
(Nur, falls du sie irgendwie auftreiben kannst, bist ja selber keiner dieser Biologen.)

So, zum Thema Haustiere: Ja, es gibt Leute, die ihre Tiere vegan ernähren, einfach, weil das Tierfutter aus der gleichen Industrie kommt, wie unser Essen, und das wollen diese Personen nicht unterstützen. Seh ich in diesem Punkt genauso, aber ich teile nicht die Ansicht, daß mein Haustier ebenfalls vegetarisch/vegan leben muß, nur weil ich das tu. Dann würde ich mir eher eine Alternative suchen, bei der eben kein Fleisch aus Massenhaltung verwendet wird. Oder ich laß es in der Natur jagen, wenn es kann. Aber da ich eh kein Haustier habe, erübrigt sich das für mich.
Wobei die Leute, die ihre Tiere vegan ernähren mal darüber nachdenken sollten, ob es ok ist, überhaupt Haustiere zu halten..

Mit Kindern seh ich das differenzierter. An sich werd ich meinem Kind die Wahl lassen, was es essen will, aber ich werde definitiv kein Fleisch servieren. Natürlich werde ich durch meinen Lebenstil entsprechend auf das Kind einwirken, da muß ich nicht mal sagen, Fleisch sei böse oder sowas in der Art. Wenn es sich dafür entscheidet, Fleisch essen zu wollen, dann muß es das halt außerhalb tun. (Allerdings werde ich schon darauf hinwirken, daß das nicht bei McDonalds und Konsorten passiert).
Aber selber Fall wie bei den Haustieren, noch habe ich keine Kinder.

Wie es mit Veganismus aussieht, kann ich nicht abschätzen. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, auf die direkten Produkte zu verzichten, also keine Eier (schon wirklich sehr lange nicht mehr) und keine Milch. Käse noch ab und zu, aber deutlich verringert. Und sonst halt nur Sachen, in denen die Produkte irgendwie verarbeitet sind (in meinem Eiskaffeepulver ist z.B. irgendwie Milchpulver enthalten). Nach Möglichkeit weiche ich da aber auch auf die veganen Alternativen aus. Reisdrink hat es mir z.B. ziemlich angetan, nachdem Sojamilch so eine herbe Enttäuschung war. Hafer ist auch noch ok, wobei es da irgendwie auch auf die Firmen ankommt, denn ich hatte auch schon schlechtere.

So, nun muß ich leider los und hab bestimmt noch den ein oder anderen Gedanken, den ich nun nicht niederbringen konnte...
 

Sawyer

Manaheld
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Du sagst, du gibst deinem Kind eine Wahl, sagst aber es soll Außerhalb essen gehen?
Das hört sich für mich sehr widersprüchlich an.

Fakt ist: Du wirst dem Kind keine Wahl lassen, weil du es von Anfang an vegan/vegetatrisch ernähren wirst.

Eine Frage:
Wenn du dein Kind in einen Kindergarten geben würdest, würdest du dem Kindergarten verbieten deinem Kind Fleisch zu servieren oder nicht?
Denk mal darüber nach.
 

Wahnfried

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Arme Kinder, Arme Tiere.
Na dann wünsch ich unserem Gesundheitssystem aber viel Spaß, wenn es die Kosten tragen muss, durch Krankheiten verursacht von Mangelernährung und Misswuchs.
Sollte man ein Kind nicht so ernähren, dass es biologisch am gesündesten und nicht ideologisch am Besten lebt?
 
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Tenwo

Ownet
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Du sagst, du gibst deinem Kind eine Wahl, sagst aber es soll Außerhalb essen gehen?
Das hört sich für mich sehr widersprüchlich an.

Fakt ist: Du wirst dem Kind keine Wahl lassen, weil du es von Anfang an vegan/vegetatrisch ernähren wirst.
Nana... Ich denke, wir übertreiben hier ein wenig. So wie ich Mical verstanden habe, wird er seinen Kindern kein Fleisch servieren, weil er eben auch keines zubereitet. Woanders werden seine Kinder schon Fleisch essen dürfen, also auch im Kindergarten. Jedenfalls verstehe ich das unter "Wahl lassen".
Vorausgesetzt, eine vegetarische Ernährung ist nicht ungesund - und dabei können wir es belassen, weil es verdammt viele verschiedene Ansichten gibt - halte ich es ein wenig zu viel für einen Vegetarier, seinen Kindern Fleisch zuzubereiten. Als Elternteil möchte ich gerne wissen, was meine Kinder zu sich nehmen und in diesem Fall müsste ich das Fleisch selber essen, zumindest probieren.
Ich bin selbst Vegetarier und wenn ich für meine Familie koche, mache ich das ohne Fleisch. Meine Partnerin isst aber schon Fleisch, weswegen meine Kinder auch in den Genuss von Fleisch kommen werden. Wenn beide Elternteile Vegetarier sind, sehe ich da aber auch kein Problem.

Arme Kinder, Arme Tiere.
Na dann wünsch ich unserem Gesundheitssystem aber viel Spaß, wenn es die Kosten tragen muss, durch Krankheiten verursacht von Mangelernährung und Misswuchs.
Sollte man ein Kind nicht so ernähren, dass es biologisch am gesündesten und nicht ideologisch am Besten lebt?
Redest Du hier von vegan oder vegetarisch? Bei bestimmten Haustieren, die erwiesenermaßen Fleischfresser sind, halte ich es für völlig absurd, ihnen Fleisch zu verwehren.
Bei Kindern muss man da differenzierter herangehen. Wenn darauf geachtet wird, dass die Kinder trotz fleischlosem Essen, "vollwertig" essen können, sehe ich da kein Problem. Bei Vegetariern ist das jedenfalls möglich.
Der Kommentar mit dem Gesundheitssystem ist, finde ich, überzogen. Es geht hier um eine gesunde Ernährung und nicht um Vorwürfen von Steuerzahlern. Das trägt hier gar nichts gutes bei.
So ernähren, dass es biologisch am gesündesten lebt? Ja, das ist sicher eine notwendige Voraussetzung, aber in keinem Fall eine hinreichende. Ideologie hin oder her. Wenn Menschen nicht glücklich sind, werden sie krank. Da können sie noch so viel vollwertige Nahrung zu sich nehmen. Wenn eine Familie, die sich vegan ernährt intakt ist und ein gesundes Miteinander führt, ist das alle mal mehr wert, als nur biologisch am gesündesten zu leben.
Im übrigen laufen wir doch alle einer Ideologie hinterher. Wissenschaft ist an und für sich auch nur eine Ideologie, zumindest der Glaube an sie.
 

Sawyer

Manaheld
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Also wird das Kind bis zum Kindergarten kein Fleisch essen?
Sorry, aber ein Kind komplett ohne Fleisch groß zu ziehen hört sich in meinen Ohren einfach falsch an.
Ganz besonders der Part mit dem "eine Wahl lassen". Das passt nicht zusammen.

Außerdem weiß anscheinend niemand so richtig ob das überhaupt so "gesund" für ein Baby/Kind ist.
Da würden bei mir als Elternteil alle Alarmhlocken leuten.
 

Tenwo

Ownet
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Erstens können Babys verdammt lange gestillt werden. Und dabei ist ein Jahr Stillen nicht wirklich lange.
Zweitens gibt es genügend andere Nahrung, die Kleinkinder als Ersatz bekommen können. Viel Hirse zum Beispiel ist eine gute Alternative für Babys, die ohne Fleisch aufwachsen.
Drittens gibt es auch sowas wie Omas und Opas, Bekannte und Verwandte und was weiß ich, wo Kinder da auch mal probieren können.
Viertens können Kinder schon mit drei Jahren in den Kindergarten - in die Krippe durchaus schon früher.
Fünftens ist der Mensch ein Allesfresser, weil er nicht alles fressen muss, sondern alles fressen kann. Ich würde zu gerne Eltern eines Eingeborenenstammes sehen, wo sich alle überwiegend fleischlos ernähren und sich über deine Alarmglocken zu Schrott lachen.
 
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Doresh

Forenpuschel
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Streng genommen haben sich auch Europäer - zumindest das einfache Volk - mehrere Generationen lang höchst selten von Fleisch ernährt (eigentlich nur vorm Winter, damit man nicht zuviel Vieh den Winter durchfüttern muss). Auch die Jagd ist nicht so ergiebig, wie man es gemeinhin annimmt (selbst in Afrika sind Jäger eine ganze Weile unterwegs, bis sie was erbeuten).
Eine rein vegetarische Ernährung ist daher nicht ungewöhnlich - außer vielleicht bei Hunden und Katzen. Da grenzt das schon an Tierquälerei. Andererseits enthält industrielles Tierfutter meist nur ein paar Prozent richtiges Fleisch, also was weiß ich XD
 

Wahnfried

Legende
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Tenwo schrieb:
So ernähren, dass es biologisch am gesündesten lebt? Ja, das ist sicher eine notwendige Voraussetzung, aber in keinem Fall eine hinreichende
Nicht? Ja aber was denn bitte dann?

Bei Vegetariern ist das jedenfalls möglich
Mag sein. Trotzdem halte Ich es für unmöglich ein Kind vegan auch nur halbwegs ordentlich zu ernähren.

1.
Die Muttermilch einer Frau, die sich vegan ernährt, ist gar nicht in der Lage, einem Kind, die Stoffe zuzuführen, die es braucht.

2.
Hirse hin, Hirse her. Es ist eine Wissenschaft einem sich in der Entwicklung befindlichen Kind ohne tierische Eiweiße und Calcium ein Menü zusammenzustellen, das es auch nur halbwegs optimal versorgt

3.
Kann Ich so nicht widerlegen, halte Ich aber in der Durchführung für Schwachsinn.

4.
Und haben bis dahin schon Schwerstschäden an Knochenbau und Gehirn und Muskelaufbau erlitten.

5.
Bitte was? Omnivor, ja. Soll heissen: Frisst was ihm in die Hände fällt.
Nenn mir auch nur einen einzigen Eingeborenenstamm, der sowieso freiwillig je getan hätte. Und sollte es soetwas geben, schau dir dann doch mal die durchschnittliche Lebenserwartung von den Jungs an.

Da können sie noch so viel vollwertige Nahrung zu sich nehmen. Wenn eine Familie, die sich vegan ernährt intakt ist und ein gesundes Miteinander führt, ist das alle mal mehr wert, als nur biologisch am gesündesten zu leben.
Achso, ja, natürlich. Verreckt das Kind halt glücklich - elendig
 
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Tenwo

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@ Wahnfried

Ähm... ich glaube, wir haben da ein wenig was drucheinandergebracht. Diese fünf Punkte, die ich aufgezählt habe, waren die Antwort auf adventureFANs Beitrag und hatten vegetarische Ernährung zum Thema und nicht vegane. Bei ersteren scheinen sich unsere Ansichten nicht groß zu unterscheiden.

Ich geh' jetzt mal nur auf den allerersten Teil und den allerletzten Teil ein, wobei ich denke, dass die zusammengehören. Irgendwas ist da schiefgegangen in deinem Post. Egal. Ich füge sie im Zitat mal zuammen:

Nicht? Ja aber was denn bitte dann?
Achso, ja, natürlich. Verreckt das Kind halt glücklich - elendig
Ich habe hier lediglich zwei Extreme gegenübergestellt, nämlich nur biologisch am gesündesten leben und sich rein vegan zu ernähren mit einem intakten Familienleben.
Ersteres ist sogar noch extremer, weil Du hier die Superlative benutzt. Am gesündesten leben und noch dazu auf das rein biologische reduziert würde die perfekt Ernährung bedeuten. Der Versuch allein schon klingt gruselig. o_O Wer darauf so viel Energie verschwenden würde, hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Das ist mindestens so zweifelhaft, wie sein Kind vegan zu ernähren, wenn nicht sogar fragwürdiger. Auf alle Fälle verwerflicher als eine vegane Lebensweise mit einem gesunden Familienklima.
Ob eine vegane Lebensweise für Kinder nun gesund ist, möchte ich so ohne weiteres aber nicht bejahen.
 

Paolin

Mächtiger Krieger
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worauf stützt du deine Thesen, Wahnfried?

Eine kurze Google-Suche liefert dir eine riesige Masse an Hochleistungssportlern (Triathleten, Iron Men, Ultra Men, Mountainbikefahrer, Bodybuilder ...), die sich vegan ernähren. Was belegt, dass eine vegane Ernährung per se nicht ungesund ist.
Das einzige, was fehlt, ist Vitamin B12. Und das kann man synthetisch herstellen.
Weiterhin ist das mit dem "empfohlenen täglichen Bedarf an Stoff x" nicht so sicher, wie viele glauben. Im Endeffekt wissen wir noch nicht, was der Mensch wirklich braucht, und was nicht. Es ist ein bisschen so, wie mit dem CO_2 Aberglauben bzgl. der Klimaveränderung. Nur weil alle es glauben, wird es noch nicht wahr.
 

Tenwo

Ownet
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Nun, im großen und ganzen klingt das schon ganz gut. Eine vegane Ernährung halte ich auch nicht für sonderlich krankhaft.
Worum es aber in den letzten Beiträgen ging - darum ging es sicherlich auch Wahnfried - ist die vegane Ernährung von Babys, die nicht mehr gestillt werden. Die haben ganz andere Bedürfnisse als Erwachsene, speziell bei der Nahrung. Das würde ich schon als, na sagen wir mal, problematisch ansehen.

EDIT:
Ach, die Hochleistungssportler würde ich nicht unbedingt als Argument für eine vegane Ernährung heranziehen. Denen geht es um hohe körperliche Fitness um starke Leistungen im Sport abrufen zu können. Ob das dann trotzdem gesund ist, ist noch fraglich und muss auf anderem Wege geklärt werden. Zumal der Hochleistungssport ja nun nicht unbedingt eine gesunde Sache ist.
 
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Lord_Data

*wuff wuff*
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Womit Wahnfried Recht hat, ist, dass man als Veganer sehr viel genauer auf seinen Ernährungsplan gucken muss als jemand, der alles isst. Bei letzteren wird der Bedarf an allem eigentlich bei ner ausgewogenen Ernährung immer irgendwie gedeckt, bei ersten nicht.

Da aber Veganer/Vegetarier meist mehr aufs Essen achten als der durchschnittliche Allesfresser, werden die sicher auch bei einem Kind gut drauf achtgeben. Wobei ich da zur Sicherheit trotzdem auf die ganze Palette des Essens zurückgreifen würde. Doresh hat aber auch richtig gesagt, dass früher sehr wenig Fleisch gegessen wurde (Sonntagsbraten, an Feiertagen), und die Leute ja trotzdem irgendwie alt wurden.
 

Paolin

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@Tenwo:
Sehr gute Einwände, vielen Dank.
Spezifisch bei Kleinkindern kann die vegane Ernährung natürlich problematisch werden, da stimme ich zu. Bei der Formulierung meines Posts habe ich diesen Aspekt aber vergessen zu bedenken.
Hochleistungssport zu betreiben kann durchaus - gesundheitlich betrachtet - grenzwertig sein. Aber warum meinst du, dass die Ernährung dann eventuell nicht mehr gesund ist? Oder genauer: Woran macht man eine "gesunde" Ernährung dingfest? Wie du schon geschrieben hast versuchen diese Sportler möglichst fit (körperlich belastbar, ausdauernd, ...) zu sein. Für mich beschreiben die Begriffe "Gesundheit" und "Fitness" nicht die selbe Sache, aber es besteht meines Erachtens doch zumindest eine sehr starke Korrelation zwischen diesen beiden Werten. Oder etwa nicht?
 
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