Gedichte

saryakan

MEME FARMER
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Das Schwarze Licht ist in gewisser Weise soetwas, wie "meine" Blaue Blume.
Nicht ganz dasselbe, aber dennoch sich ähnelnd; eine Artverwandschaft ist nicht auszuschließen.

...Und hat erneut ein neues Gedicht spendiert bekommen.

Welt

In der schwarzen Spiegelscherbe
Die mein Herz mir scharf entzweit
Spiegelt sich mein dunkles Erbe
Aus bewegter alter Zeit

Auf dem schwarzen Todesrade
Dessen Klingel in mir schreit
Fahre ich auf düstrem Pfade
Fahre durch Vergangenheit

An dem schwarzen Lebensfaden
Der die Wunden mir vernäht
Zieht der Schmerz durch meine Bahnen
Der die Heilung mir verwehrt

Unterm schwarzem Regenmantel
Der mir schwer am Leibe hängt
War geschehn der Lebenswandel
Der mich in den Abgrund drängt

Durch die schwarze Sonnenbrille
Die mich vor Erblinden schützt
Zeigt sich mir mein schwacher Wille
Der mir lang schon nicht genützt

Mit dem schwarzen Federhalter
Dessen Tinte sei mein Blut
Schreibe ich hinein ins Alter
Bis versiegt der Worte Flut

Von den schwarzen Seelenkerzen
Die man spürt von außen nicht
Leuchten alle Freudenschmerzen
Strahlt so fern das Schwarze Licht​

Als "Bonus" hier noch eins meiner früheren Versuche in englischer Sprache zu dichten:

Wonderland

You´re walking senseless through the night
Stand alone in deepest shadows
You hate this world so full of light
You despise to be a human

So come and take my hand
Come to my Wonderland
A Land, there is no light
Where you don´t have to fight

You´ll never want to go
You´ll never need to go
So come and take may hand
You´ll stay forever in my land​
 
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Idris

Si vis pacem para bellum
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Mal ein "Schwank" von mir: :)


Narrenfreiheit

Der König auf dem Throne,
von ohnmächt'ger Wut erfasst,
der Spielmann seines Hofes,
Objekte seines Hass':

"VERWIRKT HAST DU DEIN LEBEN, VERLEUMDERISCHER NARR!
ICH WERD DIR DEIN MAUL STOPFEN, FAHR HINAB INS GRAB!!!

Der Spielmann auf dem Schaffot,
des Henkers grausig' Pflicht...
Es rollt des ... Narren . . . Kopf

.
.
.

Ein letztes Grinsen im Gesicht!!! ;)


(Passt ganz gut zur 5. Jahreszeit. *g*)
 

Jungle-Jazz

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@Sephiroth

Das erinnert mich wirklich ganz stark an "Spielmannsfluch" von In Extremo. Sogar mit der Melodie würds passen. Ich weiß nicht ob das Absicht war, oder ob du das Lied überhaupt kennst, aber das fiel mir sofort auf.
 

Idris

Si vis pacem para bellum
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@Sephiroth

Das erinnert mich wirklich ganz stark an "Spielmannsfluch" von In Extremo. Sogar mit der Melodie würds passen. Ich weiß nicht ob das Absicht war, oder ob du das Lied überhaupt kennst, aber das fiel mir sofort auf.

Stimmt, ich habe es mir mal angehört, Du hast recht!


Und ein weiteres Gedicht von mir:


An den Sinn meines Lebens

Deiner Augen helle Funken,
haben mir den Sinn geschenkt,
wen ich ersehnte nun gefunden;
das Feuer, das für Dich nur brennt.

Nur 3 Worte könnens nicht sagen,
bist meines Daseins tiefster Kern,
wie sollt' ichs ohne Dich ertragen?!
am Firmament der hellste Stern.

Ich werde Dich auf Händen tragen,
sowie auf tausend Rosen betten,
und Dich die eine Frage fragen,

wie traumhaft süß der Liebe Ketten.
Die Sehnsucht lodert stets in mir,
denn mein Herz - ist nur bei Dir!








 

saryakan

MEME FARMER
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wie traumhaft süß der Liebe Ketten.
Der beste Käfig ist der, aus dem man nicht ausbrechen will...


An den Menschen im Spiegel

Mein Freund, träum nicht
Den leeren Traum
Vom Schwarzen Licht
Dem Lebensbaum

Mein Freund, sieh dort
Den Schwarzen Schein
Der Seele Hort
Im Herzen dein

Mein Freund, steh auf
Erklimm den Berg
Im Zeitenlauf
Zerbricht dein Werk

Mein Freund, geh hin
Und zieh heraus
Der Worte Sinn
Im Versgebraus

Mein Freund, sprich wahr
Vom Lebenserz
Das dir gebar
Dein tiefster Schmerz

Mein Freund, du sollst
Ein Freund dir sein
Mein Freund, du schmollst
Nicht ganz allein​
 

Nazgul

Mitey Pirabbite
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@barmut
Bin ich zu altmodisch, wenn ich in Gedichten noch so etwas wie eine Aussage haben möchte?o_O
Sowas wie "Das Leben ist schön/sinnlos", "Ich liebe dich!", oder "Das Wetter ist schön, da kauf ich mir ein Eis!".

@Topic
Ich schreibe eigentlich nur Gedichte, oder Lieder über oder für Personen in meinem Freundeskreis. Dementsprechend persönlich deswegen unverständlich für Außenseiter sind die dann.

Peace^^
 

Jungle-Jazz

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Nazgul schrieb:
@Topic
Ich schreibe eigentlich nur Gedichte, oder Lieder über oder für Personen in meinem Freundeskreis. Dementsprechend persönlich deswegen unverständlich für Außenseiter sind die dann.
Schreib eins für mich und dann poste es =) So können wir auch was von dir lesen und es ist nicht unverständlich. Ist das keine perfekte Lösung?
 

Hanniball

Eheuser
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so ich möchte gern mal wissen was für gedichte ihr so schreibt hier kommt mal mein letztes (ist aber auch schon ein paar jährchen alt):

Ich rufe die Diener der Nacht,
ich befehlige die Macht der Finsternis,
fleischgewordene Magie kämpft auf meinen Wunsch,
seelenlose Geschöpfe töten nach meinem Willen.
Freiheit ist nur ein Gefühl,
ein starker Wille dagegen ist wahrhaftige Macht.
Bist du immer noch bereit,
mit dem Tod um dein Leben zu spielen,
nur für deine Freiheit?

ps: ja ich weiß ist etwas düster

Du weißt schon dass Diebstahl, auch der von geistigem Eigentum, strafbar ist? ;)

EDIT:
„Der Pflaumenbaum, der Pflaumenbaum hängt dies´Jahr voller Trauben. Die essen wir und fragen uns, wer soll uns das je glauben.“
 
Zuletzt bearbeitet:

Lord Duran

β
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Mein letztes ist ein paar Wochen alt. Zwei oder so.
Ging darum, dass wir Schreiberlinge unseren Deutschlehrer auf den Arm genommen haben, indem 2 von uns über eines unserer Synonyme ein Referat gehalten haben. Inklusive ausgedachter Lebensgeschichte. Dann gab es dazu ein technisch aufpoliertes Gedicht von uns, in das der nette Herr Deutschlehrer jede Menge interpretiert hat und meinte "Bringt nächste Stunde noch mal ein oder zwei Gedichte von dem mit."

So haben wir alle uns in einer Doppelstunde Musik hingesetzt und geschrieben, die anderen haben sich darauf geeinigt, dass meines das beste Gedicht gewesen wäre... wie auch immer


Ins Wasser


Der Wind streicht durch ihr weiches Haar
Die Kleider liegen auf dem Stein
Sie steht am Fluss, die Haut ganz bar
Das Wasser reicht ihr schon ans Bein

Sie steht dort aber nicht allein
Ein junger Mann hält ihre Hand
So tauchen sie ins Wasser ein
Auch seine Kleidung liegt am Rand

Umarmend sinken sie herab
Sie wollen auch nie mehr herauf
Die Luft sie wird den beiden knapp
Der Mann, er wacht alleine auf

 

Jungle-Jazz

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Okay, okay, auch eins von mir. Die Idee schon oft gebraucht, aber passt grad zu meiner Stimmung:

Die Zeit, geblieben ist sie nirgendwo
Der Ort, er ist noch da
Die Menschen, sie sind noch, doch nicht so
Wie es in der Zeit mal war

Die Erinnerungen, irgendwo verloren
Die Gefühle, man spürt sie noch
Die Liebe, ungeboren
Und so vermisst man sie doch

Vergessen, vermisst, verlassen, zu vertraut
Gespürt, nicht nachgeschaut
So ist es, dass man vergisst
Wo es nun geblieben ist
 

Clodia

Held
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@ lord duran: ich kann mir vorstellen, wieso dein gedicht als das beste ausgewählt wurde... weil ... es wirklich gut ist! mir gefällt die stimmung, es ist wunderschön formuliert und ... sagte ich bereits, dass ich die stimmung mag?
da fühl ich mich selbst gleich so unfähig, wenn ich sowas lese ...

... verdammt, jetzt wirklich mal: jetzt wollte ich auch und nach deinem gedicht finde ich meine alle so ... schlecht oO

egal, ich werde mal zwei posten. sie reimen sich nicht und es gibt auch kein metrum, aber ich denke, man darf sie trotzdem als lyrik bezeichnen.

25.07.2009


Du, dort stehend und lächelnd, mit einer Lilie in der Hand
Verlassen und abseits betrachte ich die Welt mit verschwommenen Augen
Du, dort stehend und lächelnd, die Lilie welkt
Die Blutspuren im Schnee…

Jedes Lachen verebbt unter diesen Blicken der Unsicherheit
Lächelnd und weinend, das reine Weiß verschwimmt zu einem Meer
Hast du je gewusst, dass ich deinen Namen kannte?
Hast du jemals meinen Namen gekannt?

Einsamkeit versprüht Funken der Sehnsucht und vergibt niemandem
Die Erinnerung, nicht fähig, jemals zu verblassen, quält mich weiter
Zu viele Jahre und noch immer kann kein Lachen ehrlich sein
Nur Tränen können Lügen besiegen…

Die Geschichte, die ihr Ende nicht mehr findet, liegt zu deinen Füßen
Da ist nichts außer dem wirbelnden Schnee und deinem wiederkehrenden Lächeln
Keine Träne kann mir zeigen, wohin du gehen wirst
Ein unbewegliches Bild hindert mich erneut am Schlafen

Du, dort stehend und lächelnd, mit einer Lilie in der Hand
Verlassen und abseits betrachte ich dich mit verschwommenen Augen
Du, dort stehend und lächelnd, die Lilie welkt
Die Blutspuren zu deinem Herzen…

- Deine Augen, mit diesem Ausdruck von Trauer, rufen unklar einen Namen
Das Lächeln, ersetzt durch deine erste Träne, verschwindet mit dem ersten Sonnenstrahl des Frühlings
Eine verwelkte Blume liegt im schmelzenden Schnee, während du für immer verschwindest
Deine Augen, mit diesem Ausdruck von Trauer, riefen meinen Namen
Ein ehrliches Lächeln für deine Tränen -

Deliverance

Good Bye

_______________________


Euphemismus (25.09.09)

Blut, erneut der einzige Beweis eines toten Herzens, rinnt herab einer lieblichen Fassade
Vor wie vielen Stunden hast du das Lachen eines Heuchlers verstanden?
Blut und Wasser vermischen sich zu einem süßen Wein
Vor wie vielen Stunden hast du das Lachen eines Heuchlers gekostet?

blood, running down a lovely face creating deadly eyes
Bis zum Morgengrauen wirst du allein sein
a recent proof of being alive
Bis zum Morgengrauen wirst du wieder allein sein und lachen

Betray me and I will smile
Die Sonne wird dich deiner törichten Bitte Lügen strafen
Betray me and I will smile again
Das Mondlicht verwirrt einen klaren Geist und tötet ihn sinnlich

Letztendlich werden wir alle allein sein
no need to deceive an honest heart
Der tödliche Kuss begleitet dich in das Sonnenlicht
no need to follow an honest heart

Lachend und weinend werdet ihr verstehen, was ihr nicht wissen konnt
Hypocrisy above and everywhere
Lachend und weinend werdet ihr verstehen, was euch für immer getötet hat
Hypocrisy above and everywhere

Betray me and I will smile
Die Sonne wird dich deiner törichten Bitte Lügen strafen
Betray me and I will smile again
Das Mondlicht verwirrt einen klaren Geist und tötet ihn sinnlich
 

Lord Duran

β
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Pädagogik- und Deutschunterricht ist dieses Jahr ziemlich unzufriedenstellend. Die perfekte Zeit um zu schreiben <3
Das ist ein Ergebnis aus dieser Langeweile:

Am Morgen

Der Bus fährt weg, was mach ich nun
Was kann ich denn jetzt alles tun?
Zur Schule komm' ich ja nun nicht,
Mir steht die Trauer im Gesicht.

Dann geht's zurück nach Hause wohl,
Dort trink ich erstmal auf mein Wohl,
Denn diese Anstrengung bisher
War doch unheimlich und schwer.

Denn mach ich mich im Sessel breit.
Das Telefon, es ist so weit,
Ich komm beim Klingeln so nicht dran,
Da mach ich doch den Fernseher an.

Oh Graus, was muss ich sehen da,
So wird man doch verrückt, ganz klar.
D'rum mach ich ihn gleich wieder aus
Und schlend're einfach durch das Haus.

Ganz ungewohnt, wie leer es ist,
Dass es an den Gedanken frisst.
Ich will nicht weiter daran denken
Beginne mich ins Bett zu lenken.

Es ist so früh, mir fällt nichts ein,
Da steig ich in den Traum hinein.
(Und die Moral von dem Gedicht:
Zu früh wach sein bringt es nicht!)​
 
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Bin ja eher der Kurzgebundene in den Gedichten ... und nen Titel haben die (leider) auch nicht^^

Zu nächtlich später Stunde,
Dreh ich noch meine Runde.
Schlafen kann ich kaum,
Die Leere ist mein Raum.
In meinem Kopf da bist nur Du,
Denken an dich muss ich immerzu.
Egal was ich mache,
Wo ich geh, wo ich steh,
Bin nie ganz bei der Sache,
Weil ich dich vor mir seh.
Und ist ein Jahr auch schon Vergangen
Der Geist auch schon geschunden
Die Gedanken an dich nehm' mich gefangen
Und drehen still Ihre Runden.
Wie sehr wünscht ich den Tag,
Wo ich nicht an Dich denken Mag.
Wo Du mir aus den Kopfe gehst,
Und nicht mehr im Gedanke' stehst.
.......
 
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@Kinta, danke sehr, lob nehme ich gerne an :), ebenso natürlich auch Kritik ;) habe auch noch andere Gedichte (das da oben hab ich aus dem Bauch raus geschrieben) hab bloß noch keine gelegenheit gehabt die irgendwo mal komplett zu posten (bei Interesse bitte Privat melden) =D
 

Lucifer

Held
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Ist zwar schon ein wenig älter, aber ich mag das Gedicht voll gerne ^^

Die Wandlung

Ich spüre sie.
Die Tränen in meinen Augen.

Zwinge sie nieder.
Kerker sie ein.

Will nicht mehr leiden.
Will nicht mehr schreien.

Warum öffnet sich das Siegel?
Warum öffnet sich der Weg?

Hab ihn doch geschlossen.
Wollte ihn nicht mehr sehen.

Doch mit jedem Wort,
das über ihre Lippen huscht,
öffnet es sich ein Stückchen mehr.

Zeigt die Flammen.
Zeigt den Schmerz.

Ich stemme mich dagegen.
Bis die Haut aufreißt.

Doch es öffnet sich weiter.
Zieht mich hinein.

Warum muss ich gehen?
Warum dort hindurch?

Lass mich nicht mehr brennen.
Lass mich nicht mehr flehen.

Gib mir Wasser.
Gib mir Licht.

Mein liebes Herz.
Bitte zerbrich nicht.

Ich leugnete,
was es ist.

Wollte es nicht sehen,
wusste ich doch,
dass es mich quälen wird.

Spüre das Blut.
Sehe die Tränen.

Fühle die Hitze.
Rieche den Brand.

Fall ich hernieder.
Flehe um Gnade.
Doch man gewährt sie mir nicht.

Stemme mich in die Höhe
und torkel voraus.

Hindurch durch das Tor
und das Flammenmeer.

Die Tränen verdunsten.
Das Blut wird hart
und die Haut vernarbt.

Mein Herz schreit auf
in stummer Qual.

Ich will nicht zurück.
Ich muss voraus.

Spüre die Flammen.
Aufgeplatzte Haut.

Eine neue wird entstehen.
Die niemanden mehr gefällt.

Ich wollte nicht lieben.
Ich wurde nicht geliebt.

Tanze in den Flammen
und lache auf,
dass ich nicht untergehen werde.

Meine Schwingen brennen.
Verlieren die Federn.
Zurück bleibt nur verbrannte Haut,
die zu Leder wird.

Der Engel versiegelt.
In dem Herzen,
das niemand will.

Der Dämon am Zug,
wird nicht mehr untergehen.

Und wenn ich das Ende erreiche
Wer wird mich dann noch lieben?

Blutverschmiert und dem Wahnsinn nah?
Wer wird mich berühren?

Sie alle werden mich meiden.
Sie alle werden mich nie verstehen.

Und ich werde lächeln.
Dem Wahnsinn gleich.

Denn mein Herz wird sich schließen
und schließlich vergehen.

Für immer...
Reiß es heraus!
 

Idris

Si vis pacem para bellum
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Habe ich eben gefunden, eine dichterische Abrechnung mit dem größten Menschenmüll. Genialstes Gedicht ever, bei dem ich jede Zeile unterschreibe.


DENUNZIANTEN

"Der größte Schuft im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant."
Der Spruch ist jedem wohlbekannt,
häufig zitiert, sehr oft genannt.
Und dass ein Mensch, der danach strebt,
ja selbst zuweilen davon lebt,
anderer Leute Worte, Taten
gewissen Stellen zu verraten,
verhasst ist und nicht gern geseh'n,
das kann man nur zu gut versteh'n.

Doch manch' Diktator und Tyrann,
der zog sich ganz bewusst heran
ein Großheer von Achtgroschen-Strichern,
um seine Herrschaft abzusichern.
Und dies Gesocks – höchst dienstbeflissen
und ohne jegliches Gewissen –
war pausenlos bei Tag und Nacht
mit Feuereifer drauf bedacht,
recht viele Feinde anzuschwärzen,
stets mit dem Ziel, sie auszumerzen,
sie zu befördern noch und noch
nach Bautzen, in das dunkle Loch,
von dem Wolf Biermann unverzagt
vor vielen Jahren hat gesagt,
dass es gewiss – so wahr er lebe -
schönere Löcher als dies gebe. - -
War dies vollbracht, dann winkte schon
von oben der Verräterlohn:
in Form von öffentlichem Jubel,
in Mark, in Zloty oder Rubel,
vielleicht ein Lada oder Trabbi,
'ne Konkubine für den Pappi...
Die Firma, die bekannt war quasi
unter dem Markennamen "Stasi",
belohnte die, die treu ihr dienten,
mit Zuckerbrot von vorn bis hinten.
Doch gab's auch and're, nicht so "gute",
die griffen lieber gleich zur Knute:
"Mein Freund, hör zu: es wäre besser,
du lieferst alle uns ans Messer,
sonst weißt du, was dir selber droht:
erst Folter und danach der Tod !"
Die spanische Inquisition,
Chinas Kulturrevolution,
Hitlers und Stalins Mörderwahn,
die Roten Khmer, die Taliban,
Saddams blutrünstige Sadisten,
die Ayatollah-Islamisten -
sie alle stützten jahrelang
sich nur auf Terror, Folter, Zwang.
Oft hat der Apparat indessen
die eig'nen Kinder aufgefressen:
Manch einer, der noch vor'n paar Tagen
dem Staatsschutz hatte zugetragen,
was Nachbarn, Freunde und Kollegen
so sagen, welch' Kontakt sie pflegen,
kurz: der genüsslich denunzierte,
war bass erstaunt, als man ihn führte
an eine graue Häuserwand,
wo man die Augen ihm verband,
draufhin ein Drei-Mann-Standgericht
ein kurzes, knappes Urteil spricht:
"Für die Verräter – so wie diesen –
gibt es nur eins: Tod durch Erschießen !"

Doch wachsen Denunzianten nur
im düst'ren Mief der Diktatur ?
Die Antwort ist: Ich fürchte, nein !
Bedarf wird stets vorhanden sein !
Auch in Gesellschaften und Staaten,
in denen wahre Demokraten
das Steuerrad in Händen halten,
gibt es erbärmliche Gestalten,
die sich erst richtig sauwohl fühlen,
wenn sie bei and'ren Leuten wühlen
in dem, was sie selbst "schmutzig" finden,
worauf sie lauthals dann verkünden:
"Was der Verfasser da geschrieben,
wär' besser ungedacht geblieben,
denn seht nur her – ich hab entdeckt:
Das ist politisch nicht korrekt !
Das geht zu weit ! Das darf nicht sein !"
So hört man diese Typen schrei'n.
Ob Martin Walser, Böll und Grass –
sie alle wurden mit 'nem Fass
übelster Jauche übergossen
von diesen miesen Zeitgenossen.
Dagegen sind die Hätschelhunde,
die ihnen willig nach dem Munde,
nein: nach dem Ars<he reden, ihnen
stets überaus genehm erschienen.
Man sieht: Politische Korrektheit
ist schwere innere Verdrecktheit !

Auch in Behörden und Betrieben
gibt's Individuen, die es lieben,
dem anderen eins reinzudrehen,
um selbst dann besser dazustehen.
Sie scheisen wegen der Karriere
glattweg auf Anstand und auf Ehre.
Und ihre Gründe und Motive
sind ganz banale, primitive:
ein Minderwertigkeitskomplex,
zu wenig richtig guter Sex,
stets Kleinkrieg mit dem Eheweib,
Funkstille südlich Unterleib...
Ich glaub', die Sorte Denunziant
ist niemandem hier unbekannt !

Da fällt mir dieses Sprichwort ein:
"Erklären heißt noch nicht verzeih'n !"

(Quelle: Lernplattform 24.02.14)
 

saryakan

MEME FARMER
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Geschrieben für flair in meiner Earthdawn-Rollenspielgruppe.
(Schlange = Schlangenfluss, größter Fluss in der Spielwelt)
Das hat ein NPC in einem Sanatorium immer wieder gesungen, von dem sie eine bestimmte Info haben mussten.

Es war einmal ein alter Narr
In einem Dörflein an der Schlange
Der sitzt seit Jahren stumm und starr
Und Moos wächst schon an seiner Wange

Der Narr verlor in einem Sturm
Die Frau, sein Kind und alle Güter
Er hockt im Dreck nun wie ein Wurm
Die Starrheit ist des Herzens Hüter

Zu lang verblieb am selbem Ort
Der alte Narr in seiner Trauer
Drumm höre, Wandrer, auf dies Wort
Und weine Tränen kürzrer Dauer​

PS:
Man bin ich froh diesen thread gefunden zu haben nachdem ich alle meine digitalen Aufzeichnungen meiner Gedichte nach einem Festplattenwechsel verloren habe...

Verlor'n geglaubtes Zauberwort
Behütet wohl an diesem Ort
Ein Sonnenstrahl in tiefer Nacht
zum lächeln hat er mich gebracht
 
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saryakan

MEME FARMER
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Seelenryhtmus

Lied das ich verlor
Dringt erneut ans Ohr
Klingt aus altem Sein
In mein Jetzt hinein

Pulsschlag fast vergessen
Lang nicht mehr gemessen
Fort geglaubtes Leben
Lässt den Leib erbeben

Das Feuer brennt in meinem Blut
Entfacht ist es aus alter Glut
Es singt in meiner Seele laut
Und wärmt erneut die kalte Haut​




Ich sollte nicht Bands/Lieder aus meiner späten Teeniezeit hören... <_<
 

Poe

Manaheld
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Providence

Open your heart, let me look inside,
Don't be shy and don't be pride.
Let me read all your memory,
The place you dream of where you want to be.

Open your hand, let me read inside,
The future, the past and what you hide.
Let me see everything what you have done,
Where you have been and where you have gone.

Open your soul, let me immerse inside,
Spread your wings and undo it wide.
Reveal your feelings and anxieties,
Your happy moments and your miseries.

Open yourself to another sphere,
Where the future is past and now is here.
My empire is here, it's almost close,
Where life began and everything arose.
Come with me, come take my hand,
And follow me into the augured land.
 
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