Organspender

Poe

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Das Thema ist ja nun wieder politisch brandaktuell. Selbst habe ich keinen Organspenderausweis und ich werde mir auch keinen zulegen. Das Vorhaben der Bundesregierung jeden Bürger automatisch zum Spender zu deklarieren finde ich persönlich ethisch grenzwertig. Nur durch ausdrücklichen Widerspruch werde ich keiner. Was soll das? Werden wir künftig auch bald alle zum Blut spenden gesetzlich verpflichtet? Manche Gedanken der Regierung sind m. E. wirklich fragwürdig. Da freut man sich richtig auf eine spannende Zukunft. Ich zahle brav Steuern ohne Ende, ebenso den mehrfach hinterfragten Solidaritätszuschlag und ich werde für jeden Mist bestraft, der der Regierung nicht passt. Da kann man doch erwarten zumindest über sein Leben inkl. der Zubehörteile selbst zu entscheiden zu dürfen. Ich möchte sicherlich keine falschen Eindrücke erwecken aber wenn sich jemand frech erlaubt über meinen Körper entscheiden zu dürfen dann hört bei mir jegliches Verständnis auf.
 

MicalLex

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Ich muss sagen, dass ich diese Regelung durchaus in Ordnung finde. Und wenn es sonst zu wenig Spender gibt, ist das eben eine effiziente Methode. Ich denke, dass viele durchaus bereit wären, Organspender zu sein, es aber aus welchen Gründen auch immer nicht schaffen, sich einen Ausweis erstellen zu lassen. Sollte es mich irgendwie niedermähen, habe ich keinen Nutzen mehr für meine Organe.
Und wenn jeder ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass man dem widersprechen kann, dann sehe ich da kein großes Problem. Natürlich kann man daran arbeiten, wie bürokratisch man das gestaltet, aber das ist ja wieder eine andere Sache. Ich hab es nicht verfolgt, gibt es dazu schon konkrete Vorstellungen?

Prinzipiell bestimmst du ja noch über deinen Körper, aber statt wie vorher nichts dafür tun zu müssen, musst du nun einfach etwas Aufwand betreiben.

Nachtrag: Hm, seit 2012 hat sich meine Meinung nicht sonderlich geändert. Ich hatte sogar wieder die Idee mit dem Perso...
 
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Vash

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Werden wir künftig auch bald alle zum Blut spenden gesetzlich verpflichtet?
Unterschied: da lebst du noch. Wenn du in Frage kommst Organe zu spenden, bist du in der Regel tot.

Der Grund dieser Regelung ist einfach, dass sich der Großteil der Leute gar keine Gedanken darüber machen und des den meisten sowieso egal ist. Die haben nur keinen Bock sich darum zu kümmern. Wenn dich das so stört, dann widersprich. Du hast immer noch die Möglichkeit, über deine Innereien zu bestimmen, es wird jetzt halt nur umgedreht. Wenn man es von der anderen Seite betrachtet: warum soll ein Typ ins Gras beißen, nur weil ein potentieller Organspender sich zu bequem war, so nen Ausweis zu beantragen?

Was mich betrifft, sollen die mich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Wenn ich tot bin ist mir das ziemlich hupe. Besser die Dinger erfüllen woanders weiter ihren Zweck, als dass sie bei verrotten.
 

deeveedee

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Eine Sache vergessen viele hierbei: Die Organe werden einen nicht entnommen wenn man tot ist, sondern wenn man noch lebt.
Einen toten Körper die Organe zu entnehmen wäre sinnlos, denn diese wären durch den Todesfall schon selber zu stark befallen da keine Durchblutung usw. vom Körper vorgenommen werden konnte.
Ergo es bedeutet das die Organe entnommen werden, während man noch künstlich am Leben gehalten wird. Man stirbt also nicht durch einen natürlichen Tod, sondern erst nachdem man durch die Organentnahme entgültig verstümmelt wurde.
Wieviel am Ende das Bewusstsein davon noch etwas mitbekommt (selbst ein Hirntod ist richtig nicht erforscht) weiß niemand, und aus diesem Grunde sehe ich eine Organspende mehr als skeptisch.
 

Kirika1987

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Ich möchte mich Mical und Vash anschließen und habe ebenfalls seit fast 15 Jahren einen Organspendeausweis, mit dem ich mich dazu bereit erkläre (zu sagen, man sei Organspender, wenn man noch nicht gespendet hat, klingt irgendwie komisch...).
Auch nach der neuen Regelung kann man noch immer selbst bestimmen, ob man Organe spenden möchte oder nicht, und es entsteht niemandem, der das nicht möchte, ein Nachteil daraus. Einer der Gründe, warum es zu wenig Organspenden gibt (gemessen an der Zahl der Menschen, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind) ist einfach der, dass zu wenige Menschen sich als Organspender ausweisen. Diese Zahl kann sicherlich dadurch erhöht werden, dass man gezwungen ist, sich mit dieser Frage auseinander zu setzen. Letztlich sind wir alle sehr bequem, und über ein solch ernstes Thema nachzudenken ist bestimmt nicht für jeden schön, das schiebt man gerne vor sich her.

Inwiefern man zum Zeitpunkt der Entnahme noch "am Leben" ist, ist schwer zu beurteilen. Es müssen aber zwei Ärzte unabhängig voneinander diagnostiziert haben, dass man tot (oder zumindest hirntot) ist. Ich persönlich glaube nicht, dass man dann noch etwas spürt, aber es steht ja nach wie jedem frei, sich dagegen zu entscheiden, wenn einem das nicht geheuer ist. Man darf seine Entscheidung ja auch jederzeit revidieren, es muss nur schriftlich festgehalten werden.

Ich finde es aber auch absolut in Ordnung, wenn man sich gegen diese Spendebereitschaft entschließt. Das ist eine persönliche Entscheidung, die niemand anders angreifen oder jemanden dafür diskriminieren sollte.
 
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Poe

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Mich gruselt nach wie vor der Gedanke, dass jemand nach meinem Ableben an mir rumschnippelt. Ich würde es wahrscheinlich nicht mehr mitbekommen aber meine Einstellung ist hier wohl ziemlich altbacken - Kiste auf, Bub rein, Deckel drauf - und ab damit in einem Stück eine Station tiefer. Ich bin wirklich ein sehr weltoffener Mensch und tue meiner Ansicht nach viel gutes an meinen Mitmenschen doch diesen einen Schritt möchte ich nicht gehen. Vielleicht brauche ich irgendwann ja selbst mal ein Spenderorgan. In diesem Fall käme ich dann auf euch zurück ;)
 

Vash

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@deeveedee Das ist so nicht ganz richtig. Man kann auch Organe von einem Toten entnehmen. Das muss halt direkt nach Todeseintritt geschehen, was in der Regel auch so passiert. Die Organe fangen ja nicht direkt mit dem Tod instant an zu faulen. Wenn das so wäre, würde man sie ja nicht diesen speziellen Boxen transportieren können. ;)
 
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